Interview mit Bischof Wilhelm Krautwaschl
Weltgebetstag um geistliche Berufe: „Habt keine Angst!“

Bischof Wilhelm Krautwaschl ist in der Bischofskonferenz Referatsbischof für Berufungspastoral.
  • Bischof Wilhelm Krautwaschl ist in der Bischofskonferenz Referatsbischof für Berufungspastoral.
  • Foto: Neuhold
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Herr Bischof Krautwaschl, wie kann es gelingen, für die Berufung zum Menschsein, zum Christsein und zum geistlichen Dienst stärker zu sensibilisieren?
Das Coronavirus hat gezeigt, wie verletzlich wir als Gesellschaft sind. Wie schwer es fällt, Isolation zu leben. Wir sehen deutlich, wie Menschen sich gegenseitig helfen, wie wir zueinanderstehen. Da äußern sich zutiefst christliche und menschliche Tugenden. Und wir erleben auch ein aufflammendes Interesse am Kontakt mit unseren zum Dienst Berufenen. Je erkennbarer wir als wichtiger Teil der Gesellschaft sind, desto höher die Sensibilität.

Welche Früchte hat die Bischofssynode „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ gebracht?
Ein Ergebnis der Synode im Jahr 2018 war der verstärkte Ruf nach einem synodalen Weg der Kirche, auf dem Laien, vor allem die Jugend und Frauen, mehr Mitsprache und Verantwortung möglich ist. Auf diesem Weg sind wir in der Diözese schon weit fortgeschritten. Die 50 neuen Seelsorgeräume unserer Diözese werden ab 2021 synodal verantwortet. Ein anderes Thema war die digitale Welt, die uns gerade jetzt in Krisenzeiten sehr zugute kommt und mit der wir ältere und auch viele junge Menschen erreichen.

Wie sollte sich die Berufungspastoral weiterentwickeln?

Ein interessanter Gedanke ist mir in den letzten Wochen geschenkt worden. Den Jüngern wird nach der Auferstehung mitgeteilt, dass sie ihren Herrn in Galiläa wieder sehen werden – also am Rand, nicht im Zentrum. Gehen wir hinaus – an den Rand: Dort ist er, und dort ruft er!

Welche Hoffnungen setzen Sie in die Ordensgemeinschaften?
Unsere Orden sind nicht nur Brennpunkte unseres Glaubens, sondern auch Träger unserer Kultur und wichtige Arbeitgeber. Im Lauf vieler Jahrhunderte haben Orden viel dazu beigetragen, dass sich ganze Regionen gut entwickeln konnten – spirituell und materiell. Wir beten und hoffen, dass sie von vielen jungen Menschen als Orte göttlichen Schaffens gesehen werden und sich so manche/r dort daheim fühlen wird.

Aus einem Interview mit der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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