Ökumene
Pflicht, nicht Kür

Ökumenische Hochstimmung beim Friedensgebet 2016 in Assisi. Mittlerweile ortet Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, mehr Gleichgültigkeit; die Trennung der Kirchen schmerze zu wenig.
  • Ökumenische Hochstimmung beim Friedensgebet 2016 in Assisi. Mittlerweile ortet Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, mehr Gleichgültigkeit; die Trennung der Kirchen schmerze zu wenig.
  • Foto: Archiv Incontro di preghiera per la pace
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Zur Ökumene ermuntert eine Handreichung aus dem Vatikan.

Für katholische Bischöfe ist ökumenisches Engagement keine Kür, sondern eine Pflicht ihres Amtes. Das betont eine am 4. Dezember veröffentlichte Handreichung des Vatikans. „Das ökumenische Engagement eines Bischofs ist keine bloß mögliche Dimension seines Dienstes, sondern ein Auftrag und eine Pflicht“, heißt es im Vorwort. Dies sei auch kirchenrechtlich festgelegt.
Für die Kirche in Stammländern der Reformation wie Deutschland und die Schweiz, aber auch Österreich mit seiner seit Jahrzehnten gelebten Tradition des Miteinanders der Kirchen bietet das 50-seitige sogenannte Vademecum nicht wesentlich Neues. Vielmehr will es Bischöfe weltweit ermutigen, ihrer ökumenischen Verantwortung gerecht zu werden. Vor allem jenen, die wenig Erfahrung damit haben, soll es als Leitlinie dienen.
Im ersten Kapitel beschreibt der neue Text, was innerhalb der katholischen Kirche selbst gegeben sein sollte. Dazu zählen konkrete Ansprechpartner und Beauftragte; zudem soll Ökumene in der Ausbildung kirchlicher MitarbeiterInnen eine wichtige Rolle spielen. Eigens vermerkt das Vademecum ökumenische Perspektiven und Fairness in katholischer Medienarbeit.
Das zweite Kapitel nennt Felder gemeinsamen Engagements mit anderen Kirchen. Ein eigener Abschnitt ist konfessionsverschiedenen Ehen gewidmet. Diese sollten „nicht als Problem gesehen werden, da sie oft bevorzugte Orte seien, an denen kirchliche Einheit gefördert werden kann“. Solche Familien am jeweiligen Gemeindeleben zu beteiligen, biete besondere Chancen.
Dabei bespricht der Leitfaden auch die Sakramentenspendung. Generell sind katholische Eucharistie, Beichte und Krankensalbung nur Katholiken vorbehalten. „In Ausnahmefällen und unter bestimmten Bedingungen“ sei jedoch für einzelne Christen anderer Konfession der Zugang zu diesen Sakramenten nach sorgfältiger Abwägung „wünschenswert und empfehlenswert“. Bei solchen Fällen gehe es um schwere Notlage und nicht bloße Höflichkeit.
Insgesamt, so das Papier, haben ökumenische Beziehungen vier Dimensionen: Gebet, freundliche Kontakte, theologischer Dialog und praktisches Engagement. Genannt werden ökumenische Gebete und Wortgottesdienste – auch mit Predigeraustausch, Gastfreundschaft in Kirchen, theologischer Dialog, gegenseitige Einladungen.
Besonders wichtige Felder ökumenischen Engagements sind gemeinsame Einsätze von Christen in sozialen Notlagen, gegen Unrecht und Gewalt, für die Bewahrung der Schöpfung. Wichtig fürs Kennenlernen seien auch gemeinsame Konzerte, Ausstellungen oder Symposien.

Ökumene war in diesen Tagen auch Thema eines Festaktes zum Erscheinen der Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“ („Dass sie eins seien“) von Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren. Dabei äußerte sich Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Ökumene-Rates, besorgt darüber, dass der heute oft fehlende Schmerz über die Spaltung der Kirche das ökumenische Engagement behindere.

Die Handreichung „Der Bischof und die Einheit der Christen. Ein ökumenisches Vademecum“ liegt vorerst offiziell in englischer, französischer sowie italienischer Sprache vor: Download unter www.christianunity.va

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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