Studientag
Das Wort als Nahrung

Liturgieverantwortliche und andere Interessierte befassten sich auf Schloss Seggau mit der Bedeutung des Wortes Gottes im kirchlichen Feiern.
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  • Foto: Avender-Hohenadler
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Gott gab uns das Wort: Motto eines Studientages über Gottes Gegenwart im Wort, das Wort als Seelenspeise und den besonderen Wert von Wort-Gottes-Feiern.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Der Beginn des Evangeliums nach Johannes spricht Bände über die Macht von Gottes Wort. Wie Gott und Christus im Wort gegenwärtig sind und wie wertvoll deshalb Wort-Gottes-Feiern sind, darüber referierte Gunda Brüske, Co-Leiterin des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz, beim „Studientag Liturgie“ der Katholischen Kirche Steiermark. „Wir sehen heute häufig eine Eucharistiefrömmigkeit bei den Gläubigen“, sagt die Theologin. Das sei schade, denn wenn alles nur auf die Eucharistie warte, werde alles andere unwichtig. Dabei haben gerade die Lesungen, die Worte Gottes, einen besonderen Stellenwert.
Brüske verweist auf zwei Kernpunkte: Auf die Gegenwart von Jesus Christus im Wort und auf das Wort als Nahrungsmittel. „Gegenwärtig ist er in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden“, heißt es in der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils. Brüske: „In der Liturgie spricht also Gott zu seinem Volk, und das Volk antwortet mit Gesang und Gebet. So entsteht Dialog.“ Dazu passe, was in Psalm 95 und beim heiligen Benedikt zu finden sei: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht!“
Nicht jeder erliegt immer der Kraft des Wortes. „Manche hören nichts, manche schweifen in Gedanken ab, und manche fühlen sich angesprochen, und eine Veränderung beginnt“, so Brüske. Der Heilige Geist lasse uns verstehen, was wir verstehen sollen. Muss man das Wort verspeisen, wie beim Propheten Ezechiel zu lesen ist, um in der Gegenwart Gottes zu sein? „Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen, fülle dein Inneres mit dieser Rolle, die ich dir gebe!“ (Ez 3,3) In Ezechiels Mund wurde die Rolle mit dem Wort Gottes süß wie Honig.
Die Referentin Brüske sprach vom Wort Gottes als Nahrung für die Seele und verwies auf das Konzilsdokument „Dei Verbum“, wo über den Tisch des Wortes Gottes und vom Wort Gottes als Seelenspeise für die Kinder der Kirche geschrieben steht. Der Kirchenvater Augustinus nennt das Wort Gottes das „hörbare Sakrament“. Deshalb sei eine Wort-Gottes-Feier keinesfalls weniger wert als die Eucharistie, so Brüske. Vielmehr sei die „Wortkommunion“ wertvolle Nahrung und spirituelle Quelle für die nächste Zeit.

Gottes Wort in …
… Liturgie, Musik, Hauskirche

Teil des Studientages waren drei Workshops: „Gottes Wort in der Liturgie: Konkretisierungen für Messe und Wort-Gottes-Feier“ mit Referentin Gunda Brüske; „Gottes Wort in der Musik: der Antwortpsalm und andere biblische Gesänge“ mit der Kirchenmusikerin Maria Suntinger; sowie „Gottes Wort in meinem Haus: Hauskirche mit Kindern neu entdecken“ mit der Pastoralen Mitarbeiterin Sarah Knolly.
Damit die Mitfeiernden im Gottesdienst die Gegenwart Gottes im Wort wahrnehmen, seien, so die Referentin, die LektorInnen gefordert, für Aufmerksamkeit zu sorgen: durch ihre Stimme, durch Inszenierung und „liturgische Präsenz“.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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