Künstliche Intelligenz erklärt | Teil 4
Zukunft der KI
- Schauen wir mal in die Zukunft: Wie sieht das Morgen aus?
- Foto: pexels / Artem Podrez
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Zwei Menschen, die mit KI längst per Du sind, geben ihre Einschätzung zur Zukunft der Technologie.
Alexandra Rollett
Kaffee versus Prozessoren
Meine Kinder machen ihre Hausübungen öfter mit ChatGPT als mit mir – die Künstliche Intelligenz verliert nie die Nerven. KollegInnen fragen lieber den Copiloten – er ist immer freundlich und erinnert nie an offene Aufgaben. Selbst meine Schwiegermutter hat eine App, die ihren kranken Topfpflanzen kompetenter hilft.
Kurz: Vieles kann KI besser als ich – schneller, höflicher, strukturierter.
Aber KI besteht aus Prozessoren und arbeitet mit Wahrscheinlichkeitsrechnung. Sie riskiert weder Job noch Freundschaft, wenn sie falsch liegt. Ich hingegen bestehe aus Kaffee und Gefühlen – und muss mit den Konsequenzen meines Tuns leben. Das bestimmt, wie ich urteile: hoffentlich mit Empathie, Verantwortung, Haltung.
Eine KI wird weder bei schlechten Mathematiknoten trösten noch neue Topfpflanzen kaufen. Sie bekommt bei
schlechten Ergebnissen höchstens eine kleine Verbesserung ihrer Anleitung. Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir ihr wirklich wichtige Entscheidungen nicht anvertrauen sollten.
Josef Klari
Mit KI in die Zukunft – ohne Angst, aber mit Maß
25 Jahre Softwareentwicklung – und dennoch hat mich der rasche Durchbruch der Künstlichen Intelligenz überrascht wie kaum etwas zuvor. Heute gehört sie zu meinem Arbeitsalltag.
Angst habe ich keine. Im Alltag nimmt sie mir Arbeit ab, verbessert meine Ergebnisse – und ganz nebenbei lerne ich selbst dazu.
Auch im kirchlichen Umfeld und in der Bildungsarbeit liegen Chancen: Als Wissensquelle ist KI schnell und zuverlässig.
Doch was die Kirche im Kern ausmacht, vermag sie nicht zu ersetzen – gelebte Nächstenliebe, Glaube und Hoffnung, Trost im Gespräch und echte Gemeinschaft.
Das ist für mich entscheidend: Unser kritisches Denken darf die Maschine nicht ersetzen. Wer das beherzigt, muss sich nicht fürchten.
Ich blicke optimistisch in die Zukunft. Daher gilt: sich nie blind auf KI verlassen, sondern den eigenen Kopf gebrauchen.
Alexandra Rollett ist Fachreferentin für Digitalisierungsprojekte der Diözese Graz-Seckau und tätig im Prozessbereich Steuerung & Qualität
Josef Klari ist Fachreferent für Digitalisierungsprojekte der Diözese Graz-Seckau und tätig im Prozessbereich Steuerung & Qualität
Branchenblick
Was sagt die Branche?
Aus der Forschung
IBM (International Business Machines , dt. Internationale Maschinen für Datenverarbeitung) ist ein großer IT-Konzern aus den USA, der seit Jahrzehnten an Computern, Software und künstlicher Intelligenz arbeitet. In einem Zukunftsbericht beschreibt das Technologieunternehmen IBM, wie sich Künstliche Intelligenz in den nächsten zehn Jahren entwickeln könnte.
Laut IBM wird KI „in vielen Bereichen unseres privaten und beruflichen Lebens eine feste Größe sein“ – also etwas, das wir ganz selbstverständlich nutzen werden.
Gleichzeitig versuchen Unternehmen, die Technik kleiner, schneller und günstiger zu machen, damit sie für alle leichter bedienbar wird.
Wichtig bleibt dabei, dass klare Regeln gelten: KI‑Modelle müssen künftig hohe Anforderungen an „Transparenz, Robustheit und Cybersicherheit“ erfüllen, und Systeme mit hohem Risiko sollen streng überwacht werden, um Grundrechte zu schützen.
IBM beschreibt außerdem, dass KI künftig mehrere Arten von Daten gleichzeitig verarbeiten kann – Text, Bilder, Sprache – und dass neue Werkzeuge entstehen, mit denen auch Menschen ohne Technikkenntnisse eigene kleine KI‑Anwendungen bauen können.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.