Dialogforum Sterbehilfe
Jedes Leben ist wertvoll

An der Hand eines Menschen sterben und nicht durch die Hand eines Menschen. Diese Forderung von Kardinal König ist höchst aktuell geblieben. Viel hat sich im Palliativwesen getan, aber wir sind erst auf halbem Weg, hieß es zum Start des „Dialogforum Sterbehilfe“.
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  • An der Hand eines Menschen sterben und nicht durch die Hand eines Menschen. Diese Forderung von Kardinal König ist höchst aktuell geblieben. Viel hat sich im Palliativwesen getan, aber wir sind erst auf halbem Weg, hieß es zum Start des „Dialogforum Sterbehilfe“.
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Das Dialogforum Sterbehilfe berät auf Einladung der Regierung gesetzliche Maßnahmen nach der Aufhebung des ausnahmslosen Verbots der Suizidbeihilfe.

Mit Beratungen über den Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung ist am 26. April das von der Regierung eingerichtete „Dialogforum Sterbehilfe“ gestartet, das Vorschläge für eine gesetzliche Neuregelung der Suizidbeihilfe liefern soll. Die 26-köpfige Expertenrunde habe dem Justizministerium deutlich gemacht, dass im Bereich Hospiz und Palliativ Care bisher „erst der halbe Weg gegangen wurde“, berichtete Stephanie Merckens, Vertreterin der Bischofskonferenz beim Dialogforum.
Hinsichtlich der Palliativ- und Hospizversorgung fehle es in Österreich bislang am „flächendeckenden Ausbau leistbarer Angebote sowohl der stationären wie auch der mobilen Versorgung“, sagte Merckens. Bedeutend sei dies insofern, als derartige Angebote genauso wie die psychosoziale Begleitung in Krisensituationen „wesentliche Säulen zur Suizidprävention“ seien. „Hier braucht es einen Ausbau, eine finanzielle Absicherung und einen individuellen Rechtsanspruch auf Versorgung“, betonte die Juristin und Referentin für Biopolitik beim Institut für Ehe und Familie (IEF).

Vorbeugung. Dass Suizidprävention weiterhin staatliches Ziel und Aufgabe sei, war nicht nur die einhellige Meinung der geladenen Experten: Es sei dies auch bereits aus dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) vom Dezember, mit dem das bisher ausnahmslose Verbot von Suizidbeihilfe aufgehoben worden war, erkennbar, verwies Merckens auf eine Fachmeinung des Linzer Strafrechtlers Alois Birklbauer.
Die Auswahl der zum Forum eingeladenen Personen und Organisationen bildet laut dem Ministerium „verschiedene Ansichten und Standpunkte sowie ein ausgewogenes und breites Meinungsspektrum“ ab. Kirchlicherseits gehört dem Forum neben Merckens auch die Caritas-Generalsekretärin Anna Parr an. Der Theologe, Mediziner und Pharmazeut Prof. Matthias Beck nimmt als Mitglied der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt an den Beratungen teil.

Dammbruch. Bereits vor dem VfGH-Spruch hatten Vertreter von Religionsgemeinschaften, etwa die katholische Bischofskonferenz, vor einem „Dammbruch“ im Fall einer Lockerung der Gesetzeslage gewarnt. Befürchtet wird unter anderem, dass dadurch Druck auf unheilbar kranke oder pflegebedürftige Menschen sowie auf bestimmte Berufsgruppen entsteht oder Suizidprävention abgeschwächt wird. Man werde ein Gesetz, das Hilfe zum Suizid unterstützt, nie gutheißen, stellte der in der Bischofskonferenz für den Bereich zuständige Innsbrucker Bischof Hermann Glettler klar.

Ordensleute als Pioniere. Mit dem Verweis auf „PionierInnen der Hospiz- und Palliativbewegung“ in ihren Reihen haben sich Vertreter der Ordensgemeinschaften bei Beginn des Dialogforums gemeldet. Es handle sich um ein „höchst sensibles Thema“, das einen besonders sorgsamen, kompetenten und würdevollen Umgang erfordere, betonte Erzabt Korbinian Birnbacher, Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz. „Es darf nicht passieren, dass das Leben von Menschen in ‚lebenswert‘ und ‚lebensunwert‘ eingeteilt wird.“ Mit einer solchen Gesetzesänderung gehe die Gefahr einher, dass etwa pflegebedürftige Menschen sich als Last für andere empfinden und ihr Leben beenden möchten. Die VfGH-Entscheidung sei zu akzeptieren, „trotzdem ist klar: Jedes Menschenleben ist lebenswert und wertvoll“.

Euthanasie und Jenseitsglaube
Zustimmung oder Ablehnung von „Sterbehilfe“ steht in engster Verbingung mit dem Glauben an ein Leben über den Tod hinaus, weiß der Theologe Paul Zulehner aus Untersuchungen. Jenseitsoffene lehnen Euthanasie eher ab.

kathpress

An der Hand eines Menschen sterben und nicht durch die Hand eines Menschen. Diese Forderung von Kardinal König ist höchst aktuell geblieben. Viel hat sich im Palliativwesen getan, aber wir sind erst auf halbem Weg, hieß es zum Start des „Dialogforum Sterbehilfe“.
Sich gehalten wissen vom Glauben an Christus und von den Händen liebender Menschen hilft im Leid.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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