Katholische Hochschulgemeinde Graz
Die Zumutung Corona

Diskutierten beim Philosophicum. Von links der Philosoph Hans-Walter Ruckenbauer als Moderator, der Mediziner Wolfgang Kröll, die Psychologin Marie-Christin Hinteregger und der Soziologe Klaus Wegleitner.
  • Diskutierten beim Philosophicum. Von links der Philosoph Hans-Walter Ruckenbauer als Moderator, der Mediziner Wolfgang Kröll, die Psychologin Marie-Christin Hinteregger und der Soziologe Klaus Wegleitner.
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Gelungenes Leben in einer verletzlichen Gesellschaft?
Zur Diskussion lud die KHG Graz.

Das Corona-Virus werden wir wohl nicht mehr los. Über die radikalen Eingriffe in unsere globale Gesellschaft diskutierten beim Philosophicum der Grazer Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) am 16. April die Psychologin Marie-Christine Hinteregger, der Soziologe Klaus Wegleitner sowie der Intensivmediziner Wolfgang Kröll mit dem moderierenden Philosophen Hans-Walter Ruckenbauer. Fazit: Ein gutes Leben gebe es auch mit Corona – aber nicht ohne Mühe.
Die Diskutierenden orteten mehrere Problemfelder, wie zum Beispiel die Angst. Diese sei massiv gestiegen. Ganze Bevölkerungsgruppen werden zu Risikogruppen inszeniert, vor allem älteren Menschen habe das Geschehen massiv Angst gemacht. Angst ist laut Hinteregger ein hoch wirksames Instrument, mit dem man die Bevölkerung dazu bewegen könne, bestimmte Dinge zu machen. Sie vermisst eine gemeinsame, solidarische Zukunftsperspektive als Gegenpol zu den Angstszenarien.
Der Soziologe Wegleitner hingegen vermisst ein generelles Umdenken. „Die großen Probleme der Menschheit bräuchten ein entschlossenes Handeln. Statt diesem gehe es nur mehr darum, wie man das Bekannte wieder hochfahren kann“, sagt er. Problembereiche wie jene mit der Umwelt, mit Armut oder Ungerechtigkeit seien in weite Ferne gerückt. Unsere hoch industrialisierte Gesellschaft sei brüchiger und verletzlicher als gedacht, und wir seien hilflos im Umgang mit unserer eigenen Verletzlichkeit, obwohl uns das Virenrisiko erhalten bleibt, so der Mediziner Kröll: „Es wird nicht bei diesem Virus bleiben.“
Für die Zukunft gelte es, globale Abhängigkeiten zu erkennen und sich darauf vorzubereiten, unabhängiger zu sein, sagt Wegleitner und ergänzt: „Wir müssen lernen, mit unserer Verletzlichkeit, Endlichkeit und dem Sterben umzugehen.“ All das wurde unserer Gesellschaft durch die Pandemie vor Augen geführt. Für ein gutes Leben gelte es, Unveränderbares zu akzeptieren, damit zu leben und sich an den „Leuchtpunkten eines gelungenen Lebens“ zu orientieren, schließt Ruckenbauer: „Das geht aber nicht ohne Mühen.“

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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