Zum Leben
Süß und vielschichtig
- Kein Zufall: Schicht um Schicht in Gelb und Weiß, den Farben des Vatikan.
- Foto: A. Porsche
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Die Kardinalschnitte wurde trotz (oder wegen) düsterer Zeiten 1933 als süßes Glaubensbekenntnis erfunden.
Alle zwei Jahre versammeln sich deutschsprachige Christinnen und Christen zum Katholikentag. Solche Zusammenkünfte waren nicht immer möglich – ab 1932 etwa konnte 16 Jahre lang kein gemeinsamer Katholikentag stattfinden. Grund war die kirchenfeindliche Haltung der Nationalsozialisten.
Doch: In finsteren Zeiten müssen Lichtpunkte gesetzt werden. So nahm sich Konditor Ludwig Heiner von der gleichnamigen Wiener Konditorei die Erhebung von Erzbischof Theodor Innitzer zum Kardinal (1933) als Anlass für eine unsterbliche Erfindung – die Kardinalschnitte. Schichten aus Biskuit, Baiser und Oberscreme ergeben ein Muster in Gelb und Weiß, den Farben des Vatikan.
1948 verstarb Heiner. Im selben Jahr konnte auch wieder ein Katholikentag gefeiert werden. Zufall? Wahrscheinlich ja. Aberein schöner.
Georg Tomaschek
REZEPT:
500 ml Schlagobers, 20 g Staubzucker. Für die Baisermasse: 8 Eiweiß, 200 g Backzucker, 1 EL Zitronensaft. Für die Biskuitmasse: 6 Eigelb, 1 Ei, 80 g Backzucker, 1 Pkg. Vanillezucker, eine halbe Zitrone (gerieben), 80 g Mehl, Staubzucker.
Baisermasse: Eiweiß und Zucker 10 Min. schlagen, Zitronensaft hinzufügen, 2 Min. rühren. Biskuitmasse: Ei, Zucker und Zitrone schlagen (8-10 Min.), Mehl unterheben. Die Massen abwechselnd in Streifen auf Backpapier spritzen (2-3 cm), mit Staubzucker bestreuen, 20 Min. backen (180 Grad). Die gebackenen Streifen halbieren, eine Hälfte mit Schlagobers bestreichen, die zweite obenauf.
Aus: Wiener Zucker
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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