Familie
Mir ist fad!
- Wenn mir langweilig ist, wartet die Kreativität auf ihren Einsatz. Langeweile kann der perfekte Nährboden für neue, großartige Ideen sein.
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Ein Plädoyer für die Langeweile.
Mir ist fad!“ Die großen Ferien sind da – und damit die große Angst der Eltern vor diesem Satz. Langeweile wird als Zeichen gesehen, etwas versäumt zu haben.
In der heutigen Welt wirkt unverplante Zeit schnell wie verlorene Zeit. Doch wenn nicht jede freie Minute gefüllt ist, bleibt Raum für das, was Langeweile ermöglichen kann – Fantasie, Selbstständigkeit und Kreativität.
Wenn wir uns langweilen, wird unser Gehirn nicht „leer“, sondern aktiv. Es beginnt, frei zu assoziieren, Verbindungen herzustellen und neue Ideen zu entwickeln. Ohne äußere Reize entsteht Raum für innere Prozesse: Tagträume, Erinnerungen und spontane Einfälle.
Genau hier entstehen oft kreative Gedanken. Ständige Ablenkung hingegen hält uns im Reaktionsmodus. Wir verarbeiten Informationen, aber wir erschaffen wenig Neues. Kreativität braucht jedoch genau das Gegenteil: Zeit, Ungestörtheit und ein gewisses Maß an „Nichtstun“.
Lassen wir die Langeweile zu. Verstehen wir sie nicht als Mangel, sondern als stillen Gegenentwurf – unbequem, aber notwendig. Kinder brauchen somit nicht ständig Programm, sondern Raum: zum Denken, Träumen, Erfinden.
Langeweile ist kein Fehler im System. Sie ist ein Ursprung. Ein Anfang. Vielleicht sollten wir ihr wieder mehr Vertrauen schenken.
Susanne Kaufmann
Workshop:
Flippige Flipchart
Einfache Methoden, um eine Flipchart spannender zu gestalten. Neben einfachen Zeichenbasics und dem Kennenlernen von verschiedenen Materialien bietet dieser Workshop eine Einführung in Collage- und Falt-/Klapptechniken. Damit gestalten wir „Special Effects“, die das Zuhören interessanter machen. Der Workshop ist auch für AnfängerInnen geeignet.
Referentin: Susanne Kaufmann.
◉ Termin: 22. September, 14 bis 18 Uhr, KBW-Seminarraum, Kreuzgasse 34, Graz.
Kosten: 100 Euro (Material inkludiert).
Ermäßigter Preis (80 Euro) für KBW-ReferentInnen.
Nachgedacht
Lange Weile – Sommersegen
Sommer. Ein Kastanienbaum, eine Trauerweide, ein Sandkasten, eine
Schaukel, ein Fahrrad, zwei Fauteuils, eine Decke, ein
kleiner Sessel. Und: viel Zeit. Gute, nicht verplante Zeit. Freiheit für das Hirn, das zu tun, was es
möchte.
Sommer. Unser grüner Riesensonnenschirm. Unser nicht einsehbar grünes Blätterzelt. Eine gefühlt unendliche Kugelbahn. Hoch-da-droben-bist-du-zuhaus- Gefühl. Mein Pony. Mein Haus mit Tür und Fenster. Erdacht in nicht verplanter Zeit. Allein, zu zweit.
Ich danke oft im Stillen, ein Kind der 70er zu sein. Digital Detox hieß, nicht auf die Uhr zu schauen. Keine ständige Erreichbarkeit.
Keine ständige Bespaßung. Viele Sommerwochen, die Zeit und Raum gelassen haben, Kreativität zu entfalten. Unterstützt, behütet. Nicht gedrängt oder erzwungen. Gepflegte LANGE WEILE im besten Sinn von viel Zeit. Zeit, um zu lernen, zu trödeln, sich selbst zu beschäftigen, sich auszuprobieren, zu wachsen.
Ein Segen.
Diesen Segen möchte ich weitergeben und wünsche allen Eltern und vor allem allen Kindern Mut zu gepflegter „lange Weile“ für die heurigen Sommerferien.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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