Apropos Gesundheit
Auftrag: Leben bewahren
- Die Welt in unseren Händen: Schöpfungsverantwortung bedeutet vor allem im Gesundheitswesen, Leben zu schützen. In Österreichs Ordensspitälern verbindet sich der Auftrag zur ganzheitlichen Sorge um Menschen mit dem achtsamen Umgang unserer Umweltressourcen.
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Nachhaltig heilen: Schöpfungsverantwortung in Spitälern.
An Orten, an denen Menschen gesund werden sollen, geht es längst nicht nur um Medizin. Es geht auch um die Frage, wie wir mit dem umgehen, was uns auf diesem Planeten anvertraut ist: mit Ressourcen, Energie, Lebensmitteln.
Für Franziskanerinnen ist die Schöpfungsverantwortung eine zentrale Säule ihres Wirkens. Ordensspitäler verstehen Schöpfungsverantwortung als Teil ihres christlichen Auftrags: Heilen bedeutet auch, die Lebensgrundlagen zu bewahren. „In der Achtung unserer Mitwelt tragen wir Sorge für uns, unsere Mitgeschöpfe und die gesamte Erde“, pointiert Schwester Birgit Dorfmair vom Franziskus Spital in Wien (siehe l. Spalte). Doch wie geht man mit dem Widerspruch um, dass medizinische Versorgung enorme Ressourcen verbraucht und man gleichzeitig dem christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung verpflichtet ist? „Ein Umweltzertifikat reicht da nicht aus. Es gilt, die agierenden Menschen auf dem Weg mitzunehmen, sie zu motivieren und aufzuzeigen, dass bereits kleine, bewusste Handlungen, etwa der sorgsamere Umgang mit medizinischen Einmalartikeln, große Wirkung haben“, so Dorfmair.
Nach Angaben der Elisabethinen verursacht das Gesundheitswesen rund sieben Prozent der nationalen CO₂-Emissionen. Höchste Zeit zu handeln! Das Franziskus Spital etwa betreibt am Standort Wien-Margareten die größte Photovoltaikanlage des Bezirks mit einer Speicherleistung von ca. 1100 Bäumen pro Jahr. Auch die Barmherzigen Brüder wollen bis 2030 zu 98% CO₂-frei agieren. Zukunftsweisend.
Tina Veit-Fuchs
Anvertrautes bewahren
Die katholische Kirche begeht jährlich die „Schöpfungszeit“ von 1. September bis zum Gedenktag des heiligen Franz von Assisi (4. 10.). In dieser Zeit stehen die Bewahrung der Schöpfung, die Verantwortung für die Mitwelt und ein nachhaltiger Lebensstil im Mittelpunkt. Die Initiative geht auf die orthodoxe Kirche zurück und wurde von den anderen christlichen Kirchen aufgegriffen. Schon Papst Franziskus hat die Schöpfungszeit zu einem wichtigen Anliegen gemacht. Sein Wirken wird von Papst Leo XIV. fortgeführt. In Österreich laden die Kirchen in dieser Zeit zu Gottesdiensten, Wanderungen, Gebeten und Aktionen ein, die dazu ermutigen, diese Verantwortung zu leben.
WAS IST DENN EMAS?
Ein Zertifikat fürs Engagement
EMAS, die englische Kurzform für ein freiwilliges Umweltmanagementsystem der EU, hilft Gesundheitseinrichtungen, Ressourcen effizienter zu nutzen und ihre Umweltleistung systematisch zu verbessern. Das Umweltmanagementsystem macht den Umgang mit Energie, Abfall und Emissionen transparent, spart Kosten und stärkt die gesellschaftliche Verantwortung. Eine jährlich aktualisierte Umwelterklärung dokumentiert Umweltziele, Maßnahmen und Kennzahlen der jeweiligen Standorte.
Unsere Erde
- Sr. M. Birgit Dorfmair, Generaloberin, Franziskus Spital Wien
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Zukunft braucht Verantwortung
Was entgegnen Sie Menschen, die beim Thema Unweltschutz vor allem Verzicht und Einschränkung sehen?
Es gilt in erster Linie die Vorteile aufzuzeigen, die wir durch einen achtsamen Umgang mit Ressourcen selbst erleben und spüren. Auch wenn wir nie alle Menschen mit dieser Botschaft erreichen können, dürfen wir niemals mutlos werden oder uns der Bequemlichkeit hingeben. Ein Prozent mehr, das überzeugt ist, ist ein wertvolles Prozent mehr.
Wo fängt das Bewusstsein für die Sache an?
Im ganz Kleinen, etwa beim Zähneputzen, wenn ich das Wasser nicht rinnen lasse.
Wo braucht es noch mehr Mut statt Management?
Wo verstecken sich in Spitälern dahingehend blinde Flecken?
Ich wünsche mir, dass sich mehr MitarbeiterInnen für die Umwelt engagieren. Es braucht vermutlich noch mehr Information, worum es bei der Schöpfungsverantwortung wirklich geht – nämlich um unser aller Zukunft!
Sr. M. Birgit Dorfmair
Generaloberin, Franziskus Spital Wien
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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