Wort zum Sonntag - von Abt Pius Maurer OCist.
Lobpreis bewegt die Welt

Vielen Darstellungen zur Aufnahme Mariens in den Himmel ist ge­meinsam, dass sie eine starke Aufwärtsbewegung in sich tragen: Sie zeigen die Mutter Gottes, wie sie emporgehoben wird. Im Bild das Hochaltarbild der Stiftskirche Lilienfeld von Daniel Gran (1745).
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  • Vielen Darstellungen zur Aufnahme Mariens in den Himmel ist ge­meinsam, dass sie eine starke Aufwärtsbewegung in sich tragen: Sie zeigen die Mutter Gottes, wie sie emporgehoben wird. Im Bild das Hochaltarbild der Stiftskirche Lilienfeld von Daniel Gran (1745).
  • Foto: Stift Lilienfeld/zVg
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Das Patrozinium von der Aufnahme Mariens ist vor allem in Stiftskirchen stark verbreitet. Begabte Künstler haben großartige Darstellungen mit dem Thema der Aufnahme Mariens in den Himmel geschaffen. Das ist in Niederösterreich in den Stiften Altenburg (durch Paul Troger), Göttweig (Andreas Wolff), Heiligenkreuz (Johann Michael Rottmayr), Lilienfeld (Daniel Gran), Seitenstetten (Johann Karl von Reselfeldt) und Zwettl (Josef Matthias Götz) zu sehen. Auch einige Kirchen von aufgehobenen Stiften und Klöstern haben ein Hochaltarbild mit der Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel, wie es in Niederösterreich zum Beispiel in Dürnstein (Karl Franz Joseph Haringer), Gaming (Tobias Pock), Mauerbach (Andreas Celesti) und in der heutigen Domkirche St. Pölten (Tobias Pock) bewundert werden kann.

Vielen Darstellungen zur Aufnahme Mariens in den Himmel ist ge­meinsam, dass sie eine starke Aufwärtsbewegung in sich tragen: Sie zeigen die Mutter Gottes, wie sie aufsteigt, wie sie emporgehoben wird. Diese Darstellungen vermitteln eine aufsteigende Bewegung, die zu einer positiven und optimistischen Einstellung einlädt.

Ein hoffnungsvolles Fest

Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel ist ein sehr positives Fest, ein Fest, das den Menschen heraushebt aus der Enge seiner irdischen Sorgen und seines irdischen Blickfelds. Es ist ein Fest des Optimismus, der im Glauben wurzelt: Es lädt ein, eine Aufwärtsbewegung wahrzunehmen und mitzumachen, hinaufzuschauen zum Himmel und sich von allem irdischen Pessimismus und von negativer Schwarzmalerei zu lösen. Die gläubigen Betrachter dieser Darstellungen werden gleichsam mit der Gottesmutter Maria hinaufgehoben, werden leicht und sorgenfrei und blicken hinauf zum Himmel. Sie sind voll Dank und Jubel über Gott und all seine Werke.
Das Evangelium zu diesem positiven, optimistischen Fest kann daher nur ein von Freude und Dank geprägter Text sein. An diesem freudigen Hochfest wird das Dankgebet par excellence in den Kirchen verkündet, das sogenannte Magnificat, eingebettet in seinen nächsten Kontext.

Maria hat vom Erzengel Gabriel erfahren, dass sie selbst, aber auch ihre Verwandte Elisabet ein Kind empfangen werden. Maria eilt zu ihrer Verwandten Elisabet. Hier beginnt nun die Perikope, die als Evangelium am Tag der Aufnahme Mariens in den Himmel vorgelesen wird. Es ist eine Textstelle voll Jubel. Maria begrüßt Elisabet. Daraufhin erlebt Elisabet, wie ihr Kind im Mutterleib vor Freude hüpft. Und Elisabet grüßt begeistert, nämlich voll des Heiligen Geistes, ihre Verwandte Maria. Dieser Gruß preist ihre Verwandte Maria und deren noch ungeborenen Sohn Jesus. Elisabet lobt vor allem den Glauben Mariens. Daraufhin antwortet Maria mit dem Magnificat, einem umfassenden Lobpreis Gottes.

Das Wort Magnificat bildet das erste Wort in der lateinischen Fassung dieses Gebetes. Es bedeutet so viel wie es hochpreiset oder es macht groß. Die Beter des Magnificats hochpreisen Gott, den Herrn. Die vielen Heilstaten im Laufe der Geschichte werden zusammenfassend hinein genommen in dieses Gebet. Aber auch die privaten, persönlichen Dankmotive der Beter können in dieses Gebet miteinfließen. Es ist ein Jubelgebet, das eine große Klammer spannt über alles, was Anlass gibt, Gott zu danken. Die Beter preisen nicht nur Gott, sondern sie machen ihn groß; das heißt, sie anerkennen Gottes Größe und sein großartiges Wirken. Durch die Anerkennung von Gottes Größe wachsen auch sie selber und werden, meistens unbewusst, selber groß gemacht.

Das Magnificat ist ein durch und durch positives, optimistisches Gebet. Es lädt ein, Gottes Größe zu sehen und anzuerkennen. Oft passiert es den Menschen, das Gute und Schöne auf dieser Erde zu übersehen. Schneller fallen uns die Fehler und Schwächen der Mitmenschen auf, als ihre Stärken und Talente. Sowohl das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel als auch sein Evangelium mit dem Magnificat rufen uns auf, optimistisch unsere Augen auch auf das Gute in dieser Welt, auf das Wirken Gottes an unseren Mitmenschen zu sehen und Gott für all seine Wohltaten zu preisen.

Vielen Darstellungen zur Aufnahme Mariens in den Himmel ist ge­meinsam, dass sie eine starke Aufwärtsbewegung in sich tragen: Sie zeigen die Mutter Gottes, wie sie emporgehoben wird. Im Bild das Hochaltarbild der Stiftskirche Lilienfeld von Daniel Gran (1745).
Abt Pius Maurer OCist.
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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