33. Sonntag: Dr. Gerhard Reitzinger
Das Unsere tun, damit Menschen in Not Gottes Namen erfahren

„Elisabeth pflegt Kranke“; Elisabethfenster (vor 1250) in der Elisabethkirche in Marburg. | Foto: Heinrich Stürzl / Wikimedia Commons
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  • „Elisabeth pflegt Kranke“; Elisabethfenster (vor 1250) in der Elisabethkirche in Marburg.
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Für den Schrifttext (Lk 21,5-19) brauchen wir nicht viel Fantasie. Zu den beschriebenen Ereignissen des Evangeliums finden wir schnell die Bilder auch in unserer Zeit. Ob in Printmedien, Fernsehen, Internet oder in den Sozialen Medien, wir kennen diese Nachrichten, auch wenn wir selber scheinbar nicht betroffen sind:

Kriege – Unruhen – Erdbeben – Hungersnöte – Seuchen – schreckliche Dinge – Katastrophen – Ermordungen von Christen … das gibt es auch in unserer Zeit.

Und manche wollen aus diesen Ereignissen Profit abschöpfen. Manche möchten daran gut verdienen und sich selbst als Heilsbringer verkaufen! Auch das gibt es heute!

Zu allen Zeiten hat es so etwas gegeben! Und zu allen Zeiten gilt das Wort des Evangeliums: „Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! … Lauf ihnen nicht nach!“

Aber das kann noch nicht alles sein! Das Evangelium will uns weder informieren, was offensichtlich zu allen Zeiten geschieht und bereits jeder weiß. Noch will uns das Evangelium vor irgendwelchen Betrügern und Gaunern warnen, die sogar die Not der Menschen ausnützen, aber letztlich nicht greifbar sind.

Frohbotschaft und gute Nachricht ist für den Evangelisten Lukas und für uns etwas ganz anders: Inmitten all dieser Ereignisse und Katastrophen ist Gott da! „Ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben.“ ... „Ihr werdet von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.“ ... „Ihr werdet das Leben gewinnen.“

Heilsgeschichte auch im Kleinen

Dabei ist noch etwas zu beachten: Auch wenn der Evangelist Lukas die große Welt- und Heilsgeschichte vor Augen hat, so übersieht er nie den konkreten Menschen! Deshalb gilt diese Zusage auch im Kleinen und vor allem in den ganz persönlichen Ereignissen unseres Lebens.

Die Zusage Gottes gilt jedem einzelnen Menschen. Sie gilt auch dir und mir in den ganz persönlichen Katastrophen und Erschütterungen. Sie gilt in den alltäglichen Nöten, Unruhen und Krisenherden. Gott ist da, wo Menschen im Alltag hungern, dürsten und auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wo unser Christsein lächerlich gemacht wird und wo Standhaftigkeit auch bei mir gefragt ist, darf ich auf Gottes Zusage vertrauen.

Wir müssen die Hände und das Herz gerade dort öffnen, wo weder materielle Mittel noch Geld helfen können und kein Stein auf dem anderen bleibt.

Die Institution Caritas ehrt in diesen Tagen ihre Patronin, die heilige Elisabeth (Gedenktag 19. November). Und Papst Leo XIV. hat den diesjährigen „Welttag der Armen“ unter das Leitwort „Du bist unsere Hoffnung“ gestellt.
Wir werden damit erinnert und eingeladen, das Unsere zu tun, damit Menschen in Not diesen Gott mit Namen „ICH BIN DA“ tatsächlich erfahren können! Die Hoffnung muss durch uns wahrnehmbar und spürbar werden!

Vorbild heilige Elisabeth

Die heilige Elisabeth zeigt uns, dass es nicht nur darum geht „etwas“ von mir zu geben, sondern sein eigenes Leben einzusetzen und selber ganz da zu sein für Menschen in Not.

Wir können natürlich unseren Beitrag mit unseren Geldspenden leisten. Das ist gut und wichtig! Es braucht aber zusätzlich unsere Bereitschaft, für andere da zu sein und an der Seite des anderen zu bleiben, selbst wenn es zum Davonlaufen ist. Es gilt sensibel zu sein für Armut und Not, gerade wenn sie ganz leise und unscheinbar daherkommt. Und wir müssen die Hände und das Herz gerade dort öffnen, wo weder materielle Mittel noch Geld helfen können und kein Stein auf dem anderen bleibt.

Wo dies geschieht, und wenn es auch in meinem Leben immer wieder gelingt, dort wird Gottes Gegenwart bezeugt und dann wird seine Nähe erfahrbar.

Die heilige Elisabeth und unsere ganz persönlichen Namenspatrone mögen uns dabei helfen, die Frohbotschaft in unserer Zeit glaubwürdig zu leben. Sie mögen uns Vorbilder sein, Gottes Nähe und seine Gegenwart wahrhaftig im Alltag zu bezeugen.

Autor Gerhard Reitzinger

Dr. Gerhard Reitzinger kam 1968 zur Welt und wuchs in Haag auf. 1995 empfing er die Priesterweihe. Seelsorglich wirkte er in Pöchlarn, Scheibbs, Freiburg und St. Pölten. Frühere Tätigkeiten in der Diözese St. Pölten waren: Subregens im Priesterseminar, Geistlicher Leiter der Pastoralen Dienste, Domkapitular und Bischofsvikar, Lehrtätigkeit an der Phil.-theol. Hochschule St. Pölten, Ausbildungsleiter für den Pastorallehrgang, Diözesanbeauftragter für Berufungspastoral. Seit 2022 ist er Stadtpfarrer von Ybbs/Donau und Säusenstein.

„Elisabeth pflegt Kranke“; Elisabethfenster (vor 1250) in der Elisabethkirche in Marburg. | Foto: Heinrich Stürzl / Wikimedia Commons
Dr. Gerhard Reitzinger | Foto: zVg
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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