30. Sonntag im Jahreskreis | 25. Oktober 2026
Meditation
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Getragen vom Gebet
Durch, mit und in Maria Christus im Glauben empfangen, in der Hoffnung tragen und in der Liebe gebären zur Ehre des Vaters und zum Heil der Welt. – So könnte in aller Kürze das Leben einer Karmelitin zusammengefasst werden. So könnte auch in aller Kürze zusammengefasst werden, was im Beten des Rosenkranzes geschieht. Man nimmt teil am Leben der Gottesmutter und opfert die Geheimnisse Christi durch sie hindurch auf.
Nicht immer (oder vielleicht sogar seltener als das) ist es mir möglich, mit den Gedanken wach bei dem zu bleiben, was ich im Rosenkranz betrachtend bete. Aber wenn man sich zu Beginn des Gebetes mit der eigenen Unzulänglichkeit in das Leben und Gebet Jesu und Mariä hineinstellt und tut, was man kann, darf man getrost alle Schwierigkeiten in die Hand Gottes legen und vertrauen, dass er Großes damit tut.
„Ewiger Vater, durch die unbefleckte Gottesmutter opfere ich dir die freudenreichen / lichtreichen / schmerzhaften / glorreichen Geheimnisse deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus auf.“ Durch dieses kleine Gebet, das ich in etwa so zu Beginn jedes Rosenkranzes bete, stelle ich mich bewusst in das jeweilige Geheimnis hinein. Dann weiß ich, dass das Gebet und Leben Mariens mich tragen und ich mit meinem Beten nicht alles selber machen muss. Das schenkt Frieden und Gelassenheit.
Oft wird gefragt, ob der Rosenkranz nicht langweilig sei. Der Sprung in die Tiefe, fern von oberflächlichen Ablenkungen, mag am Anfang immer langweilig wirken und schmecken, aber wenn man da einmal durch ist, dann beginnt man den Frieden zu verkosten, der sich durch die Gegenwart Christi tief in der Seele verwurzelt und ausbreitet. Dann kann man gar nicht mehr genug an Wiederholungen haben, denn das liebende Herz kann es nicht oft genug sagen und das liebende Ohr kann es nicht oft genug hören.
„Maria bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lk 2,19) Zu dieser Haltung mahnt uns unsere Ordensregel, in der es heißt, dass wir Tag und Nacht im Gesetz des Herrn betrachten und im Gebet wachen sollen. Auch durch den Rosenkranz verwirklicht sich das in unserem Leben. Christus war das Leben Mariens. Der Rosenkranz bewirkt nichts anderes, als dass wir in dieses Leben immer tiefer hineingeführt werden, bis wir mit dem hl. Paulus sprechen können: „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20)
Sr. M. Josefa von der hl. Kirche Bartosch vom Karmel St. Josef in Graz.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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