19. Sonntag im Jahreskreis | 10. August 2025
Meditation
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Im Geh-Modus
Pilgern im Jetzt heißt für uns, sich der gehenden Präsenz in dieser Welt auszusetzen. Wir denken uns in Bewegung und sind in Bewegung, sind eine Bewegung. Das heißt, Gewohntes und Starres zu relativieren, (...) und sich auf das Wesentliche als Reisegepäck mit Blick in die Zukunft zu konzentrieren. (...) Das gehende Pilgern gibt dem KA-Prinzip (sehen – urteilen – handeln) eine neue Erfahrungsbasis, (...) und ergibt eine neue Handlungsdynamik, nämlich konkret, Schritt für Schritt. Wesentlich ist die Richtung.
Pilgern im Jetzt heißt nicht nur, die Sinne zu öffnen, sondern damit verbunden auch die Herzen, die Mentalitäten und Gedankengänge. Pilgern öffnet Schritt für Schritt, dass Fremdes bereichert und nicht bedroht, dass Vielfalt stärkt und Diversität eine besondere Resilienz hervorbringt. (...) Wer ehrlichen Herzens pilgert, wird keine Fremdenfeindlichkeit aufbauen, keinen Neid aufkommen lassen oder gar einer irdischen Gier Platz geben. (...) Leben teilen wird genährt. Das erinnert an die Jesusbewegung, die nie Zäune errichtet, sondern Tische verlängert hat, wenn sie mehr hatte, als sie brauchte.
Auf Pilgerwegen werden immer besondere Eindrücke, Begegnungen, Erfahrungen gesammelt. Diese nähren eine innere Neugierde, die beim Pilgern im Geh-Modus ihre Resonanzräume bekommt. (...)
Viele Menschen suchen heute Ruhe und Stille. (...) Andere missen die Tiefe einer spirituellen Gemeinschaft, die nicht dauernd quasselt und nicht immer etwas will. Menschen suchen (...) eine neue Jetzt-Präsenz. Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich schlafe, dann schlafe ich, wenn ich bete, dann bete ich und wenn ich arbeite, dann ist das in diesen Rhythmus eingebettet. (...)
Die Sehnsucht nach einem lebensförderlichen Rhythmus hat auch innerhalb des breiten Netzes der Katholischen Aktion ihren Platz. Die KA will ein guter Platz für sinnerfüllendes Engagement sein und mithelfen, dass Menschen ihren Rhythmus des Lebens in dieser Zeit finden. Im Pilgern geöffnete Herzen sind dafür eine gute Voraussetzung
Ferdinand Kaineder,
Präsident der Katholischen Aktion Österreich und erfahrener Pilger und Weitgeher mit Gedanken zum Weltpilgertag (25. Juli)
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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