18. Sonntag im Jahreskreis | 3. August 2025
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Im Angesicht des Lebens
Auf dem Salzburger Domplatz ruft zurzeit wieder der Tod nach dem reichen Jedermann. Er gewährt ihm nur einen kurzen Aufschub. Der mondäne Lebemann muss die bittere Erfahrung machen, dass ihm all seine Freunde und Gefährten nun die Gefolgschaft aufkündigen. Auch sein Reichtum lässt ihn im Stich. Verlassen und nackt muss er die Reise zu seinem Schöpfer antreten. Allein der Glaube und die Werke, die er in seinem Leben vollbracht hat, geben ihm dabei Geleit.
Das Gleichnis Jesu, dessen Botschaft diesem Mysterienspiel zugrunde liegt, spricht es ebenso eindringlich an: Du Narr! All die materiellen Besitztümer, die wir anhäufen, müssen wir irgendwann zurücklassen. Der unausweichliche Tod entlarvt die Sicherheit, die sie uns verheißen, als anmaßende Dummheit.
Was unser Leben wirklich reich macht, das sind die Schätze, die wir mit anderen teilen, die guten Werke, die wir verrichten, die substanziellen, herzlichen Begegnungen, die Freude und Liebe, die wir verschenken, der Trost, den wir spenden, die Hoffnung, die wir wecken, die Kreativität, die wir entfalten, die Geschichten, die wir erzählen. Und das gilt nicht erst im Angesicht des Todes, sondern für jeden Augenblick des Lebens.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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