12. Sonntag im Jahreskreis | 22. Juni 2025
Kommentar
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Ein Influencer und seine Follower
In unserer Zeit sind die Narzissten und Selbstdarsteller im Vormarsch, die auf Kanälen wie YouTube und Instagram eifrig alle Banalitäten ihres Lebens posten – immer perfekt gestylt, bestens gelaunt und nicht selten durch KI optimiert. Dabei steht eine Frage im Mittelpunkt, die auch das Evangelium hier aufwirft: „Für wen halten mich die Leute?“ – Komme ich gut an? Habe ich viele Follower und Likes? Das Wichtigste ist, wie man wirkt, sich präsentiert, „rüberkommt“.
Es mag überraschen, diese Frage aus dem Mund Jesu zu hören, der doch alles andere als ein selbstverliebter Egozentriker ist. Und die Antworten, die man ihm gibt, fallen auch eher unbefriedigend aus. Er wird verglichen mit anderen „Influencern“ des Volkes Israel, die ihm vorausgegangen sind, also in verschiedene Schubladen gesteckt.
Dafür macht er gleich deutlich: Ihm geht es nicht um eine große Zahl an Followern und nicht um breite Zustimmung. Er will solche, die auch dann mit ihm auf dem Weg bleiben, wenn es ungemütlich wird, wenn eigene Pläne durchkreuzt werden, wenn Leidensfähigkeit gefragt ist. Denn der Weg zum wahren Leben führt weg von der Selbstbespiegelung und hin zur Fähigkeit der Hingabe.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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