3. Fastensonntag | 7. März 2021
Kommentar

Was ist mir heilig?
Es wurden wohl noch nie innerhalb eines Jahres so häufig neue Vorschriften, Anordnungen und Verhaltensregeln in Kraft gesetzt wie seit dem 10. März 2020, jenem Tag, an dem die Bundesregierung den ersten Lockdown verkündet hat. Seither ist unser Leben in einem Ausmaß eingeschränkt worden, wie wir es davor nicht für möglich gehalten hätten. Und es ist eine heftige Kontroverse entbrannt zwischen den Verfechtern persönlicher Freiheiten und denen, die den Schutz der Schwächsten an die oberste Stelle setzen.
Mose ist mit zehn Geboten recht glimpflich davongekommen. Doch die haben sich seit über 3000 Jahren bewährt. Ihr Grundtenor ist der Respekt vor dem Heiligen, also das Anerkennen der Tatsache, dass es etwas gibt, das für mich unverfügbar ist. An erster Stelle steht als Fundament für alles Weitere die Achtung vor Gott. Dann folgt bereits das Gebot der Sabbatruhe. Der Mensch braucht heilige Zeiten, in denen es nicht um Leistung und Produktivität geht, sondern allein um das Sein und die Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. Da soll er spüren können, dass er kein Mittel zum Zweck, sondern in sich selbst kostbar ist. Weiter soll uns der andere Mensch, sein Leben, seine Beziehungen und sein Eigentum, heilig sein.
Darüber hinaus brauchen wir auch heilige Orte, die nicht von Geschäftigkeit oder Konsum bestimmt sind. Das mahnt Jesus im Tempel leidenschaftlich ein. Es macht ihn wütend, wenn der Markt mit seinen unbarmherzigen Gesetzen dort eindringt. Das gilt heute ganz besonders: Wo haben wir Orte, die frei sind vom wirtschaftlichen Kalkül? Was sind heilige Orte, an denen wir einfach aufleben können?

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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