26. Sonntag im Jahreskreis | 27. September 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Vom Sollen zum Wollen finden
Es liegt mitunter ein weiter Weg zwischen dem Erkennen dessen, was gut und richtig ist, und der Entscheidung, es zu tun. Er ist gepflastert mit Stolpersteinen, die zu überwinden sind: die eigene Bequemlichkeit oder Trägheit, ein Widerwille gegen die aufgetragene Tätigkeit, Zweifel an deren Sinnhaftigkeit oder Erwartungen und Ansprüche anderer Menschen.
In der Politik wie auch in kirchlichen Gremien und Entwicklungsprozessen ist oft der plakative Appell zu hören: Wir müssen vom Reden ins Tun kommen! Manch gute Ideen und zukunftsweisende Projekte versanden auf dem Weg zur Umsetzung. Andere werden ohne hinreichende Überzeugung oder Klarheit realisiert und scheitern an mangelnder Akzeptanz.
Die beiden Söhne im Gleichnis Jesu verkörpern dieses Spannungsfeld zwischen Wollen und Sollen. Wobei zu beachten ist, dass der Vater – sofern wir ihn als Gleichnis für Gott begreifen – nicht bloß das Gedeihen des Weinbergs im Sinn hat. Viel mehr noch liegt ihm das Wohl seiner Söhne am Herzen. Der erste hat sich zur Erkenntnis durchgerungen: Wenn ich mir den Willen des Vaters aneigne, auch gegen alle Widerstände, finde ich Erfüllung in meinem Tun.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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