Weihetag der Lateranbasilika | 09. November 2025
Kommentar - Bibel und Leben
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Wo wohnt Gott?
Pilger, die in einem Heiligen Jahr nach Rom kommen, haben die seltene Gelegenheit, in den vier Päpstlichen Basiliken die nur zu diesem Anlass geöffneten „Heiligen Pforten“ zu durchschreiten. Eine solche Kirche ist die Lateranbasilika, der Sitz des Bischofs von Rom. Ihr Weihetag wird in der ganzen Weltkirche gefeiert.
Die Heilige Pforte macht den Pilgernden bewusst, dass sie nun, am Ziel ihrer Wallfahrt, in einen Raum der Gnade eintreten, einen Erfahrungsort der Gegenwart Gottes. Natürlich ist Gott überall gegenwärtig und erfahrbar, die ganze Schöpfung trägt seine Spuren. Doch es schärft unsere Sensibilität dafür, wenn wir heilige Orte pflegen, die aus dem Alltäglichen und Gewöhnlichen herausheben.
Als Jesus sieht, dass der Tempel zu einem Ort des Geschäftemachens geworden ist und somit seines Charakters der Heiligkeit beraubt worden ist, wird er zornig und traurig. Das darf nicht geschehen. Zugleich deutet er an, dass der wahre Tempel, das höchste Heiligtum, der Mensch selbst ist. Sein Leib ist ein Ort, an dem Gott wohnt.
So sieht es auch der Prophet Ezechiel: Das Wasser des Lebens fließt aus dem Tempel hinaus, erreicht alle Lebensorte und macht alles, was es berührt, gesund, fruchtbar und lebendig.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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