2. Fastensonntag | 28. Februar 2021
Eine Minute für das (eine) Leben

2. Fastensonntag
Martin Formanek, (Seelsorgeraum Graz-Südost)
Gedanken zum Evangelium Mk (9,2-10)

Gottes Wort erscheint in Jesus Christus. In diesem einen Satz ist die ganze christliche Theologie enthalten. Und genauso inhaltsreich ist die heute Evangelienstelle mit dem Ereignis am Berg der Verklärung. Dieses Ereignis hat viele Aspekte, die mich religiös beschäftigen. 2 Punkte möchte ich in dieser Minute für das Leben besonders herausgreifen.

(1) Die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes werden von Jesus „hinaufgeführt“. Neben dem alttestamentlichen Querbezug des Hinaufsteigens Mose zu Gott steckt darin für mich auch das ansprechende Bild des Mitgehens, Geführt-Werdens, des Geschehen-Lassen und Vertrauens in Jesus. Es ist für mich auch ein Bild einer ganz besonderen Begegnung mit Jesus vor dem Hintergrund der Einbeziehung zweier großer Gestalten der jüdischen Heilsgeschichte:
Moses – dem Überbringer der Gesetzesordnung
Elija – dem Propheten, Mittler zwischen Gott und den Menschen, dessen Name schon Programm ist: der Herr ist mein Gott

(2) Den Jüngern verschlägt es die Sprache.
Jene Momente in unserem Leben, in denen unsere engen Erkenntniskanäle zu Gottes großem Heilsplan
vor lauter Dichte zu platzen drohen,
sind nicht Momente der raschen Antwort;
eher der Furcht, der Verlegenheit, des verständnis-suchenden Schweigens.
Ganz benommen vor Furch schlägt Petrus in für mich menschlich durchaus nachvollziehbarer Weise vor, drei Hütte zu bauen:
Eine für Jesus, eine für Moses, eine für Elija.
Es ist ein natürliche Zug in uns Menschen, dass wir großartige Momente festhalten, in Stein meißeln,
den heiligen Augenblick
gleichsam unvergänglich machen wollen.

Aber unvergänglich ist nicht das Werk unserer Hände,
sondern die Liebestat Gottes
innerhalb seines großen Heilsplans.
Indem ich mich von Jesus hinaufführen lasse, mit ihm mitgehe,
erweitern sich meine Erkenntniskanäle
und ich darf mit dem mir aufgezeigten Weg
ein klein wenig an diesem großen Plan mitwirken.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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