Fastenserie Rituale | 04
Ziehen lassen
- Die Seggauer Liesl
- Foto: Neuhold
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Ein Ritual, um Gott im Heute Klang zu verschaffen.
Mit dem Schwung der Glocken
Was kommt dir in den Sinn, wenn du Glockengeläut hörst? Mich erinnert es an besondere Feste. Z. B. an meine Erstkommunion und das Lied: „Es läuten alle Glocken, sie läuten nah und fern. Sie rufen uns zur Kirche, wir Kinder kommen gern …“ Und ich werde wehmütig. Ja, wir sind damals alle gern gekommen, und doch vertrete ich meinen Jahrgang aktuell meist allein.
Wenn ich heute Glockengeläut höre, egal ob nah oder fern, ...
- ... nehme ich mir Zeit zu hören.
- Ich möchte spüren, wie jeder Gong in der Welt und in mir Schwingung erzeugt.
- Mit dem Schwung der Glocken lasse ich meine inneren Bilder von „Kirche-Sein“ ziehen. Von mir fertig gemalte Bilder von Kirche schicke ich auf die Reise.
- Ich halte inne um mein Herz von Gott im HEUTE durchklingen zu lassen.
- Sein Segen klingt in mir wie Glockenklang, der durch mich in die Welt getragen wird.
- Und ich frag mich: Was wäre für den Menschen neben mir aktuell ein Segen? Wie kann durch mich im HEUTE Kirche spürbar sein?
Symbolkraft: Kirchenglocken …
… geben Rhythmus in unsere Tage.
… rufen uns als Gemeinschaft zusammen.
… machen aufmerksam auf Feste, Lebensschwellen (Totenglocke) oder Gefahren (Warnung vor Unwettern/Wetterläuten).
… erinnern uns z. B. im Angelusläuten: Halt inne, Gott ist mitten unter uns!
… verbinden Himmel und Erde …
„Die Kirche ist immer auf dem Weg, immer in Bewegung, immer offen für die Überraschungen Gottes.“
Papst Franziskus
Segen
Gott, du klingst im HEUTE!
Lass mich innehalten beim Geläut der Glocken,
um zu spüren, wie Du in der Welt
und in mir schwingst.
Lass mich mitschwingen im Klang,
wenn sich Himmel und Erde verbinden.
Lass mich Raum schaffen mit jedem Glockenschlag
für Deinen Klang im Heute.
Lass mich Resonanz finden in Deinem Segen,
damit durch mein Tun und Sein
Dein Segen in der Welt spürbar wird.
Lass mich diese Segens-Früchte sehen und teilen,
damit wir miteinander alle Klangfarben
von Kirche-Sein im Heute auskosten können.
Amen.
Elisabeth Aumüller ist Ritualbegleiterin und Pastoralreferentin im SR Hügelland-Schöcklland.
Instagram: segens_rituale
◉ Aufhören, Beenden und Loslassen gehören zu unserem innovativen, nach vorne gerichteten Tun. Termine, Inspirationen, Unterstützungsangebote und Ritualbausteine dazu finden Sie unter
katholische-kirche-steiermark.at/beenden
Mein Loslassen
Andreas Monschein entschied sich vor drei Jahren, sein Priesteramt zurückzulegen, und ist nun Lehrer in Kindberg.
Entscheiden
Wer kennt es nicht? Du überlegst Stunden, Tage, Wochen, wälzt Gedanken im Kopf nach vorne und nach hinten, nach links und rechts. Loslassen ist selten einfach. Auch bei mir nicht. Wenn man ein Leben lang ein Leben lebt, vieles dafür opfert und dieses aus verschiedenen Gründen plötzlich ändert, stellen sich 1000 Fragen. Was wird passieren? Wie reagieren Freunde, Familie und Menschen im Umfeld? Habe ich das gut durchdacht? Was mache ich später? Kann ich mich auf einen neuen Lebensstil einstellen?
Irgendwann aber muss man vom Denken in das Tun kommen. Es gilt eine Entscheidung zu treffen, den Sprung zu wagen und nicht nur Gedanken zu wälzen.
Diesen Sprung habe ich schon einmal gemacht, vor 16 Jahren als ich mich zum Priester weihen habʼ lassen. Vor drei Jahren noch einmal. Beide Entscheidungen bereue ich nicht. Im Gegenteil. Beide Male habe ich erfahren, dass ich beim Sprung ins Ungewisse von Ihm getragen und gehalten bin. Und dass das Loslassen wunderbare Anfänge beinhaltet.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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