Mehr als Sport | Teil 04
Was ich mit Begeisterung tue, strahlt aus

Im Film „Forrest Gump“ gibt es eine Szene, wo der Titelheld plötzlich zu laufen beginnt – quer durch Amerika (Bild oben). Viele wollen wissen, wohin er laufe, wofür er sich einsetze oder wogegen er demonstriere. Forrest Gump bleibt ihnen eine befriedigende Antwort schuldig, er laufe einfach. Es geht ihm dabei nicht um ein Ziel oder einen Zweck, er tut es aus innerem Antrieb, weil er ein Bedürfnis danach hat, und hört ebenso unvermittelt wieder auf zu laufen. Trotzdem haben sich ihm auf seinem Weg viele Menschen angeschlossen und sind ihm begeistert gefolgt.

Man kann diese Sequenz als Metapher für spirituelles Handeln lesen. Jemand folgt konsequent seiner inneren Stimme, quasi seiner Berufung, und dadurch bekommt sein Tun eine besondere Ausstrahlung, es wirkt ansteckend auf andere und animiert zur Nachahmung. Ich könnte mir auch gut vorstellen, darin ein Leitbild für die Aktivitäten der DSG, für das Betreiben von Sport als Ausdruck christlicher Spiritualität zu sehen. So können wir missionarisch Christen sein im besten Sinn des Wortes – nicht aufdringlich oder vereinnahmend, nicht besserwisserisch oder belehrend, sondern einfach begeistert und begeisternd unseren Weg gehend, weil wir spüren, dass er Sinn hat und Sinn gibt.

Wenn jemand etwa mit der DSG Schi fährt oder auf einen Berg steigt, wird er es rein äußerlich nicht anders machen als sonstwo, aber vielleicht mit einer anderen Einstellung und offen für die Erfahrung, im sportlichen Erleben die Gegenwart Gottes und Zeichen für seine Nähe zu entdecken. Der Sport kann helfen, den Kontakt zur Quelle der Vitalität in unserem Innersten freizulegen, wo Gott in uns wohnt, wo unser wahres Wesen als Menschen fassbar und die befreiende Kraft des Glaubens spürbar wird.

Gesellschaftlich ist der Sport ein Bereich, der an Beachtung und Bedeutung zunimmt. Daher sehe ich auch für die Zukunft der DSG eine Herausforderung darin, neben konkreten Angeboten zur sportlichen Betätigung vermehrt in eben dieser Weise die Welt des Sports mitzugestalten. So hat die DSG etwa Impulse für die Entwicklung eines Ethik-Kodex im Jugend-Fußball gegeben, die vom Landesverband dankbar und offen aufgenommen wurden. Derzeit laufen einige Projekte zur Integration von Migranten mit Hilfe des Sports. Eine Frage, die mir am Herzen liegt, ist das Wecken eines Fair-Trade-Bewusstseins beim Kauf von Sportartikeln. Bei vielen solcher Fragen können Christen als Mitglieder einer globalen Solidargemeinschaft eine Vorreiterrolle einnehmen. Sie können aus ihrer Spiritualität viel beitragen zu einem Sport, der dem Menschen dient.

Alfred Jokesch

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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