Zukunftsbild der steirischen Kirche | Teil 10
Vielfalt

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Kirche ist ein Begegnungsort verschiedener Menschen, die aus unterschiedlichen Kontexten stammen und verschiedene Zugänge und Vorstellungen mitbringen. Dementsprechend brauchen die Menschen unterschiedliche Räume und Formen, um ihren Glauben leben und vertiefen zu können. Auch der Kontakt zur Pfarre findet in unterschiedlichen Regel- bzw. Unregel­mäßigkeiten statt. Daraus ergeben sich verschiedene Gruppen, die eine unterschied­liche Anzahl an Berührungspunkten zur Pfarre haben.

Fragen

  • Wertschätzen: Wie wird in unserer Pfarre/Einrichtung die Kultur des Dankes gelebt? Wird jedem Dienst die gleiche Wertschätzung entgegengebracht? Gibt es Rituale des Danke-Sagens?
  • Vielfalt fördern: Gibt es in unserer Pfarre/Einrichtung verschiedene Räume, in denen Menschen etwas ausprobieren können? Nehmen wir diese Räume bzw. die Menschen wahr? Sind unsere jeweiligen AnsprechpartnerInnen klar kommuniziert und ansprechbar?
  • Blick weiten: Gibt es Personen (die regelmäßigen oder kaum Kontakt mit der Pfarre haben), die sich mit ihren Stärken gut in der Pfarre einbringen könnten?

Tipp

Wagen Sie gemeinsam einen Blick über den Tellerrand, und probieren Sie je nach Möglichkeit neue Gebetsformen aus. Fragen Sie, was bisher Außenstehende vielleicht dazu beitragen können oder wollen. Ein Fest, bei welchem Ehrenamtlichen für ihr großes Engagement gedankt wird, kann ein konkretes Zeichen der Wertschätzung sein.

Das Zukunftsbild konkret erlebt

Mag. Johann Perstling ist geschäftsführender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates in Feldkirchen.

Vielfalt fördern und den Blick weiten: Gibt es in der Pfarre Feldkirchen verschiedene Räume, in denen Menschen etwas ausprobieren und ihre spezifischen Stärken einbringen können?
Gegenfrage: Kann eine Pfarre ohne den vielfältigen Einsatz und die Einbringung verschiedenster Stärken der Ehrenamtlichen überhaupt existieren? Von der Gestaltung der Pfarrhomepage über die Liturgiegestaltung, vom Weihnachtsmarkt bis zum Pfarrfest, vom Kirchenputz bis zum Vinzenzverein, vom Pfarrblatt bis zur Firmvorbereitung …? Ich staune immer wieder über die unzähligen Stunden, die Menschen bereit sind, ehrenamtlich das Leben in der Pfarre aufrechtzuhalten!
Unsere Passionsspiele sind für mich dafür ein Paradebeispiel: Über 100 Personen können ihre unterschiedlichen Begabungen einbringen. Für einen Zeitraum von einem halben Jahr sind Jung und Alt in der Proben- und Aufführungszeit aufs engste miteinander verbunden. Vielfalt wird hier notwendigerweise gebraucht und gelebt. So entwickeln zum Beispiel Jugendliche für die kommenden Passionsspiele 2020 eigenständig Filmsequenzen, die ins Spiel eingebaut werden.
Der soziale Blick wird in der Pfarre seit einigen Monaten auch durch den „Fair-Teiler“ geweitet: Vor dem Pfarrheim stehen ein Lebensmittel- und ein Kühlschrank, in diese werden Nahrungsmittel, die sonst weggeworfen werden, allen Menschen gratis zur Verfügung gestellt. Mitglieder der Vinzenzgemeinschaft und des Heimgartenvereins sorgen für regelmäßige Befüllung und Reinigung der Schränke.

Wie wird in eurer Pfarre die Kultur des Dankes gepflegt? Gibt es Rituale des Danke-Sagens?

Jede Pfarre, ob groß oder klein, kann heute ohne die vielen Ehrenamtlichen nicht mehr lebendig bleiben – und dennoch wird deren Arbeit oft zu selbstverständlich genommen. Auch in unserer Pfarre!
Zumindest ein Mal im Jahr laden wir alle Menschen, die ehrenamtlich ihren Dienst für die Pfarre tun, zu einer Danke-Jause ein.
Ein kleines Danke-Ritual habe ich als Vorsitzender für meine PfarrgemeinderätInnen: Zum Geburtstag schreibe ich ein persönlich gestaltetes Geburtstagsbillet, um ihnen auf diese Weise für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu danken.

Ein solides Ganzes wird durch zahlreiche Figuren unterschiedlicher Farben und Bewegungen gebildet. Auch weisen alle Figuren in verschiedene Richtungen, doch so divers sie auch sind, bilden sie doch ein gemeinsames Bild, das sich ohne die vielen Unterschiede nicht zusammenfügen ließe.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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