Pfingsten | 24. Mai 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Wunden als Passwort
Wir Menschen des 21. Jahrhunderts werden ständig um ein Passwort gefragt. Ich werde gefragt, ob ich Zutritt habe zu dieser oder jener Plattform. Ob ich wirklich „ich“ bin. Ohne Passwort gibt es keinen Einlass.
Bei Jesus ist es ähnlich: Als er durch die verschlossene Tür kommt, zeigt er seine Hände und seine Seite: „Ich bin es wirklich!“ Seine Wunden machen ihn erkennbar, unverwechselbar, vertrauenswürdig. Sie sind sein „Passwort“.
Jesus schämt sich seiner Wunden nicht. Er weiß sie zu nützen. Die Jüngerinnen und Jünger erkennen ihn daran, freuen sich, glauben ihm, vertrauen ihm. Einem „wounded healer“ (verwundeten Heiler) vertraue ich lieber als all den „unheilbar Gesunden“, die sich unverwundbar wähnen.
Zu einer Wunde muss Luft kommen, um zu heilen. In einem dicken Verband geht das nicht so gut. So wie meine Mama mir als Kind sanft über eine Wunde geblasen hat, haucht Jesus uns an mit seinem heilsamen, heiligen Geist. So sanft dieser zarte Hauch auch ist, in ihm steckt kraftvolles Empowerment: An euch liegt es, einander zu vergeben. Ihr seid gesendet! Ich vertraue euch! Und: Auch ihr müsst nicht unverwundbar sein.
Maria Ladenhauf
maria.ladenhauf@graz-seckau.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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