Fastenserie Rituale | 01
Raum schaffen
- Was erwartet dich hinter deiner Haustür? Leichtigkeit
oder Ballast? Mit Ritualbegleiterin Elisabeth Aumüller in dieser Fastenzeit Loslassen üben. - Foto: Faiola/Unsplash
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Ein Ritual zum Entrümpeln.
Wer glücklich reisen will, reise mit leichtem Gepäck
Antoine de Saint-Exupéry
Hereinspaziert …
… steht auf unserer Haustür. Das klingt nach Leichtigkeit und Freude. Ich nehme die Einladung an und trete ein. Schuhe, Kleidung für alle möglichen Wetterlagen, wertvolle Erinnerungen, Überbleibsel vergangener Tage, unzählige „Könnte ich noch brauchen“-Dinge treten mir entgegen. Wenig Raum, um durchatmen zu können.
40 Tage Fastenzeit – mindestens 40 Mal unsere Haustür durchschreiten – 40 Mal Möglichkeit, Freiraum zu gewinnen.
- Das „Knack“ unserer Haustür beim Nach-Hause-Kommen kann mich täglich fragen: Wohin möchte ich nach Hause kommen? Was brauche ich aktuell wirklich?
- Jeden Tag/jede Woche nehme ich mir eine Lade, eine Tasche, eine Ecke vor, sortiere aus, trenne mich von etwas.
- Manchmal hole ich mir Motivation mit dem Lied „Leichtes Gepäck“ von Silbermond.
Anhören und selbst ausprobieren! - Und ich denke ans Danken, für den Dienst, den mir die Dinge, die ich aussortiere, bis jetzt erwiesen haben, und für den Wohlstand, der es mir ermöglicht, sie überhaupt zu besitzen.
Symbolkraft: Die Tür
▶ Eine Tür öffnen: Wie das Öffnen eines neuen Kapitels, ohne Ballast für eine befreite Lebensgestaltung und mehr Leichtigkeit.
▶ Geöffnete Haustür: Ein Symbol für Gastfreundschaft, Offenheit, Platz für Neues.
Segen
Du Gott, mein Tür-Öffner,
begleite mich mit deinem Segen,
wenn ich die Tür zu meinem Hause betrete.
Lass mich erkennen, was dem Leben dient
und was ich unnütz mit mir herumschleppe.
Du Gott, meine Tür-Öffnerin,
schenke mir Vertrauen im Loslassen, dass ich gewiss sein kann: Mir wird nichts fehlen.
Begleite mich mit deinem Segen,
wenn ich die Weite spüre,
die sich dabei auftut.
Amen
Elisabeth Aumüller ist Ritualbegleiterin und Pastoralreferentin im SR Hügelland-Schöcklland.
Instagram: segens_rituale
◉ LeserInnen gefragt: Wo machst du die Erfahrung, dass Ballast abwerfen befreit? Wie gelingt dir loszulassen? Wir freuen uns über LeserInnen-Post an das Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz oder
redaktion@sonntagsblatt.at
Mein Loslassen
Stefan Meißl ist Pastoralreferent im Seelsorgeraum Graz-Südost und zweifacher Vater.
Platz sparen
In jeglicher Hinsicht ist es meiner Frau und mir wichtig, auf unsere Ressourcen zu achten. Dazu zählt für uns auch der Platzverbrauch, woraus sich vieles andere ergibt.
In unserer 42-m²-Wohnung, in der wir mit unseren beiden kleinen Kindern leben, ist kaum Platz für unnütze Dinge. Unüberlegten Impulskäufen wird so automatisch ein Riegel vorgeschoben. Wir erlauben uns auch, Geschenke, vor allem für unsere Kinder, dankend abzulehnen.
Wir meinen: Den Platz, den du hast, brauchst du auch. (Oftmals als Abstellfläche für Dinge, die du eben nicht brauchst.) Und solange du Platz hast, brauchst du nichts aussortieren und kannst dir neue Dinge anschaffen. Allerdings: Was du dir nicht anschaffst, brauchst du auch nicht entsorgen.
Viele Gebrauchsgegenstände kann man auch geteilt nutzen, also sich ausleihen, z. B. Bücher, Spiele, Auto, Werkzeug …
Ein positiver Nebeneffekt von wenig Verbrauch sind geringere (Fix-)Kosten, wodurch wir es uns auch leisten können, mehr Zeit gemeinsam als Familie zu verbringen.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.