Gerecht leben - Fleisch fasten: Fastenserie 2013 | Teil 05
Qualität statt Masse! Hochwertig und heimisch!

Wäre der österreichische Weg des Nahrungsverbrauches das global praktizierte Modell, könnte nur mehr die halbe Weltbevölkerung ernährt werden.
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Cees Veerman, niederländischer Agrarminister zwischen 2003 und 2007, galt und gilt als einer der nachdenklichsten Vertreter seiner Zunft. Er wird nicht müde, gerade auch auf europäischer Ebene ständig darauf hinzuweisen, dass es global betrachtet künftig ein größeres Problem sein werde die Tiere zu füttern, als die Menschen zu ernähren. Pro Kopf der Weltbevölkerung stehen in einem der vielen – im Ergebnis allerdings weitgehend identen – Rechenszenarien pro Jahr 325 Kilogramm Getreide zur Verfügung. Wir Österreicherinnen und Österreicher konsumieren mit durchschnittlich 560 Kilo nicht nur um zwei Drittel „zu viel“, wir verfüttern davon allein rund 355 Kilo.[/p]

Gäbe es nur eine zehnprozentige weltweite Umschichtung des Getreides weg vom Viehfutter und hin zu pflanzlichen Produkten, könnte damit die notwendige Ernährungsgrundlage für rund eine Viertelmilliarde hungernder Menschen bereitgestellt werden.

„Feedlots“ nennt man in den Vereinigten Staaten von Amerika jene großen agrarindustriellen Betriebe, in denen meist Rinder in Zehn- bis Hunderttausender-Stückzahl produziert werden. In diesen Tierfabriken erreichen Kälber jenes Schlachtgewicht in 150 Tagen, wofür sie in der Prärie rund zwei Jahre benötigen würden. Diese „Feedlots“ sind nicht nur ein großes Geschäft, ohne sie könnte auch der enorm hohe Fleischbedarf der US-Gesellschaft faktisch nicht abgedeckt werden. Der benötigte Energieeinsatz (Futter, Dünger für das Futter, Produktionsweise etc.) liegt nicht selten im bis zum 35-fachen des Energieoutputs in Form von Fleischkalorien. Der Abfall von 100.000 Rindern liegt bei dem einer Stadt von etwa einer Million Menschen.

Die strikte Trennung von Vieh- und Ackerwirtschaft verunmöglicht jegliche bäuerliche Kreislaufwirtschaft. Und der Einsatz von Antibiotika in Tierfabriken hat schon längst zu lebensbedrohenden Resistenzen in der Humanmedizin geführt. Böden und Grundwasser werden durch diese Produktionsformen nicht nur in den USA legal zerstört.

Dass es auch ganz anderes gehen könnte, beweisen immer mehr heimische Bauernhöfe. Extensive und biologische Wirtschaftsweisen stehen nicht nur für bessere Qualität, sie schützen die natürlichen Ressourcen und achten insbesondere auch auf eine tiergerechte Fleischproduktion.

Norbert Hackl – und er soll nur ein Beispiel für viele sein – bewirtschaftet seinen „Labonca-Biohof“ im oststeirischen Burgau. Seine „Sonnenschweine“ wachsen in einer weitgehend natürlichen Freilandhaltung auf. Er produziert nicht „auf Masse“, sondern setzt sich höchste Qualitätsnormen. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen bei Produkten aus den so genannten Drittweltländern auf „Fair Trade“ achten, sollten die Kriterien eines fairen Handels auch für heimische Höfe gelten. Denn kein Lebensmittel eignet sich schließlich weniger als Lockartikel im Supermarkt als Fleisch.

Hans Putzer

Hören Sie dazu auch den Beitrag auf sonntagsblatt.tv

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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