Frauenpower in der katholischen Kirche | Teil 01
Power heißt: Kraft haben für den langen Atem

Wir können zur Zeit in der Kirche ganz viel tun, aber es braucht mehr Frauen, die das auch machen.“ Sr. Elisabeth Rexeis sieht die aktuelle Situation von Frauen in der Kirche durchaus kritisch, aber nicht negativ. „Die heutige kirchliche Situation erfordert es, die verschiedenen Charismen stärker einzubringen, was auch Frauchen neue Chancen eröffnet.“

Mit ihrer Mitschwester Eva Maria Lechner lebt Sr. Elisabeth in Haus im Ennstal und arbeitet als Pastoralassistentin im dortigen Pfarrverband, zu dem auch Schladming, Pichl, Kulm in der Ramsau und Assach gehören. Die 34-jährige Grazerin hatte ursprünglich begonnen, Soziologie und Theologie zu studieren, erkannte aber bald ihre Berufung zur Seelsorge. Die franziskanische Spiritualität der Schulschwestern hatte sie von jeher angezogen, 2011 – ein Jahr vor dem Ende des Theologiestudiums – trat sie in den Orden ein.

Ihr Anliegen, Menschen zu stärken für den Alltag, umfasst wesentliche Punkte in der Pfarrarbeit, auch gehe es darum, Ehrenamtliche zu motivieren: „Gemeinsam etwas Neues aufbauen.“ Vor allem, da traditionelle Formen doch bröckeln. „Was können wir neu und anders machen?“, heiße momentan die Devise. Aktuelles: Etwa eine Kinderwagenwallfahrt würde von den Menschen durchaus angenommen. Auch Wortgottesdienste würden gut ankommen, weil sie eben größere Gestaltungsräume böten. Ab Herbst sollen im Ennstal elf Pfarren zu einem Seelsorgeraum zusammenwachsen, und das zum ersten Mal. Hier hätten viele Menschen Möglichkeiten, sich einzubringen. So solle ein neues Bewusstsein für überregionale Gemeinsamkeiten, aber auch für kirchliche Gemeinschaft vor Ort entstehen. Für sich privat sieht Sr. Elisabeth Kraft als notwendig an, um Projekte durchzutragen und Neues zu wagen.

Rückblickend sehen beide Schwestern in Haus Seelsorge und Ordensleben als die richtige Entscheidung für ihr Leben. Wenn man allerdings so viel mit Menschen zu tun habe, sei auch eine gute Psychohygiene notwendig. Erholung finden sie in der Natur sowie bei Einkehrtagen und Exerzitien.

„Als Frauen, speziell als Ordenfrauen, können wir Wesentliches in die Seelsorge einbringen,“ legt Sr. Elisabeth dar. Vor allem in der Kommunikation lägen besondere weibliche Stärken. Diese Meinung teilt Sr. Eva Maria Lechner (73) aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus. 39 Jahre war sie mit einer Mitschwes­ter Gemeindeassistentin in Großlobming bei Knittelfeld und faktisch Mutter für die Pfarre. Seit 2011 ist sie nun Pastorale Mitarbeiterin in Haus. Dazu obliegt ihr die Sorge für die Schwestern. Während ihrer langjährigen Tätigkeit fühlte sie sich von den Menschen immer geschätzt und angenommen. Bei den Frauen sieht sie großes Potenzial für die Zukunft. Aber es sei doch die Frage, „wie weit man sie lässt“, überlegt sie. Wichtig sei immer, dass es gutes Teamwork gebe. Die große Wertschätzung, die Papst Franziskus für die Arbeit von Frauen in der Kirche zeigt, lässt sie hoffen.

 

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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