Wie gehts Tier? | Teil 06
Peppone, der Hund auf der Himmelsleiter

Ein Hundeleben wie im Bilderbuch, das nach erfüllten 14 Jahren vor ein paar Wochen zu Ende ging.

Peppone hat sich seine Familie selbst ausgesucht. Geboren auf einem Reiterhof, ist er schon als kleiner Welpe „seiner Familie“ entgegen gekrabbelt – so oft, bis sie ihn schließlich mit nach Hause nahm.

In einem Haus mit viel Platz im Hof und im Garten, mit Kindern und immer viel Besuch wuchs er zu einem liebevollen Familienhund und achtsamen Beschützer heran. Besonders „seine Menschen“ und darunter die Allerkleinsten konnten sich unter seinen wachsamen Augen immer sicher fühlen.

Von der Hundeschule hielt er hingegen eher wenig. Unzählige Kommandos zu befolgen war einfach nicht sein Ding. Viel lieber begleitete er seine Menschen bei der Arbeit im Garten, im Wald oder im Haus, denn anhänglich – ja, das war er. Und friedliebend! Gab es in der Familie einmal Streit, bellte Peppone und war der Erste, der sich darum bemühte, dass sich alle wieder miteinander versöhnen.

Umso schwerer fiel es der Familie, ihren Peppone vor ein paar Wochen gehen zu lassen. Doch die Zeichen waren eindeutig. Auf Grund eines bösartigen Tumors im Bereich der Wirbelsäule verschlechterte sich sein Zustand zusehends, bis er schließlich nicht mehr gehen konnte. Obwohl er sich in den letzten Tagen nur mehr robbend fortbewegte, wollte Peppone immer wieder hinaus aus dem Haus. Im Garten legte er sich unter den Salbeistrauch und genoss noch oft die letzten herbstlichen Sonnenstrahlen.

Nach einem langen Gespräch mit der Tierärztin ihres Vertrauens kamen Peppones Menschen zu dem Schluss, dass diese Art von Leben nicht mehr der Würde ihres geliebten Tieres entsprach. Wie Peppone es hasste, sein „Geschäft“ nicht mehr selbst verrichten zu können, konnte man an seinem Gesicht ablesen. Als er dann eines Abends nicht an seinem angestammten Platz im Garten lag und sich auch auf Rufen nicht meldete, konnte er erst nach längerem Suchen unter ein paar Büschen auf der Erde ruhend gefunden werden. Es war seine Art zu sagen: Ich bin bereit zu gehen.

Damit Peppone ohne Stress im gewohnten Umfeld bleiben konnte, kam die Tierärztin zur Familie nach Hause. Alle waren dabei, als Peppone im Garten unter dem Salbeistrauch zum letzten Mal einschlief, auch sein Kumpel Findus, der Kater, war gekommen.

Seine letzte Ruhe findet der vielgeliebte Hund im eigenen Wald hinterm Haus. Mit Natursteinen und Blumen haben alle gemeinsam den Ort, der immer an Peppone erinnern wird, geschmückt. Er ist jetzt im Hundehimmel, wissen die jüngsten Familienmitglieder zu erzählen. Und wie er dort hingekommen ist? Natürlich über die Himmelsleiter – die aus Jakobs Traum in der Bibel –, erklärt Lilli und zeichnet ihren Peppone, wie er die Leiter in Richtung Wolken erklimmt.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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