Seelsorgeräume vorgestellt | SR Graz-Ost
Offen für alle
- Wo immer der Gospelchor singt, springt der Funke der Begeisterung über. Menschen erleben lebendige Gemeinschaft jenseits einer starren Kirche. Chorleiter Jack Brew (Mitte) versteht es, Menschen mit seiner Glaubensfreude anzustecken und SängerInnen aus dem ganzen SR anzusprechen.
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Im Seelsorgeraum Graz-Ost wird Willkommenskultur großgeschrieben, ein gutes Arbeitsklima geschaffen und auf Vertrauen gebaut.
Euren SR aus der Luft betrachtet – was sticht sofort ins Auge?
Pfarrer Johann Schrei, SL:Wenn man unseren Seelsorgeraum Graz-Ost aus der Luft betrachtet sticht sicher neben den Grünflächen das sehr große Areal des Landeskrankenhauses ins Auge. Dieser Ort des Lehrens, des Forschens und des Heilens bildet nicht nur den geographischen sondern auch den emotionalen Mittelpunkt unseres Seelsorgeraumes.
Unsere sieben Kirchen sehe ich wie Leuchttürme in unserem Stadtteil. Die vielfältigen gottesdienstlichen Feiern sind wie Lichtspender und Wegweiser für den oft herausfordernden Alltag.
Damit wir eine heutige Seelsorge, die vom Leben der Menschen ausgeht, machen können, braucht es viele ehrenamtliche Mitarbeiter: innen. Daher gilt unsere besondere Sorge der Suche nach diesen, deren Begleitung und Förderung. Für ein gutes Miteinander aller Haupt- und Ehrenamtlichen wird großes Augenmerk gelegt. Neujahrsempfang, Betriebsausflug, Dankesfeste, Pfarrball, Pfarrfeste, gemeinsame Mittagessen sind nur einige Beispiele für ein gutes Arbeitsklima in unseren Pfarren.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte in eurem SR?
Schrei: Ein jahrelanger Schwerpunkt ist die Willkommenskultur. Wir versuchen in vielen Bereichen besonders offen zu sein für die Menschen, die selten kommen. Das geschieht in einer menschennahen Gestaltung unserer Liturgien, durch unterschiedliche Musikrichtungen, durch ansprechende Texte und durch ein menschenfreundliches Klima im Sonntagsgottesdienst. Das setzt sich fort im sonntäglichen Angebot des Pfarrkaffees.
Die Sorge um junge Familien mit ihren Kindern ist uns im SR ein Anliegen geworden. Wöchentliche Zwergerltreffs, monatliche Kleinkindergottesdienste und Familiengottesdienste sind ein Ausdruck dafür. Ein großer, öffentlich zugänglicher Spiel- und Sportplatz in St. Leonhard unterstreicht unsere offene Haltung.
Großen Wert legen wir auf die Vorbereitung von Jugendlichen auf das Sakrament der Firmung. Die Firmvorbereitung geschieht – in jenen Pfarren, wo das möglich ist – in Kleingruppen oder im pfarrlichen Engagement. Weitere Angebote sind Elternabende, Paten: innen-Nachmittage und der Spiri-Day, sowie spirituelle Schwerpunkte (z.B. Nachtwallfahrt, Versöhnungsgottesdienst, Taize-Gebet, Firm-Gospel-Night). Eine für Jugendliche ansprechende Gestaltung der Firmungen ist uns sehr wichtig. Große Aufmerksamkeit gilt auch der guten Vorbereitung von Schulgottesdiensten und Erstkommunionen.
Ein gemeinsames Ministrant:innenlager aller Pfarren im heurigen Sommer zeigt von der Sorge um diese Zielgruppe, welche Sonntag für Sonntag wichtige Dienste in unseren Gottesdiensten leisten.
Wir sind offen für die Menschen und für ihre jeweilige Lebenssituation und sind fest überzeugt davon, dass alle Menschen auf der Suche nach Gott sind!
Wie war der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung?
Johanna Raml-Schiller, HBP: Die Pfarren Kroisbach, Ragnitz und St. Leonhard waren seit 2012 zu einem Pfarrverband zusammengefasst. Damals haben wir viel dafür getan, dass sich die drei Pfarren gut kennenlernen und miteinander arbeiten (es gab einen gemeinsamen Pfarrverbandsrat), sodass im Laufe der Jahre ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstand. Mit der Einführung der SR 2020 waren wir dann 5 Pfarren im Osten von Graz, wobei die LKH-Pfarre keine klassische Pfarre darstellt und Mariatrost als Basilika und Marienwallfahrtsort mit eigenem Pfarrer ebenfalls eine herausragende Stellung einnimmt. M.E. ist es wichtig, mit behutsamen Schritten einen gemeinsamen Weg Richtung SR zu suchen, einander auf verschiedenen Ebenen kennenzulernen und dort zusammenzuarbeiten und sich zu vernetzen, wo es Sinn macht und Bedarf ist. Wichtig ist es, immer wieder gemeinsame Highlights zu erleben (z.B beim Ausflug zum Europakloster Gut Aich). Wo Menschen einander persönlich begegnen, da entsteht Vertrauen und dann ist vieles möglich.
Gibt es Pfarrgrenzen-überschreitende Angebote und wie werden sie angenommen?
Raml-Schiller: Jede Pfarre hat natürlich ihr „Eigenleben“, zu bestimmten Themen vernetzen wir uns auf SR-Ebene. Da treffen sich z. B. alle, die in den Pfarrcafés oder in der Kinderliturgie mitarbeiten, zum Austausch. Ein gemeinsames MinistrantInnenlager ist für den Sommer geplant. Wir versuchen die sozial Interessierten zu bündeln und einen Besuchsdienst aufzubauen. Der Gospelchor ist ein wichtiges Bindeglied im SR, denn alle, die mit Begeisterung singen, sind dazu eingeladen.
Eine große Bereicherung ist die Engagementförderin Eva-Maria Herzog, die im SR unter anderem verschiedenste Workshops und Weiterbildungen für Ehrenamtliche organisiert. So begegnen sich die Freiwilligen über die Pfarrgrenzen hinweg. Gemeinsam mit Eva möchten wir Strukturen im SR etablieren, wo sich Ehrenamtliche willkommen fühlen, gut einbringen können und klare Regelungen für ihr ehrenamtliches Engagement vorfinden. Die Ehrenamtsentwicklung ist auch ein wichtiges Thema unseres Pastoralplans.
Was sind die größten Herausforderungen in der Verwaltung im SR?
Gerlinde Rohrer-Schneebacher, HBV: Eine große Herausforderung ist es, eine Verwaltung zu schaffen die möglichst alle Bedürfnisse der PfarrbewohnerInnen abdeckt, und die mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen vereinbar ist.
Die Öffentlichkeitsarbeit hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, die Pfarrbevölkerung ist heute anders zu erreichen als noch vor einigen Jahren. Hat es früher gereicht, einen Aushang bei der Kirche zu machen, wird das jetzt um digitale Plattformen erweitert. Ankündigungen über Soziale Medien geben uns die Chance, mehr bzw. auch junge Menschen zu erreichen.
In der Verwaltung werden immer wieder Programme aktualisiert und neue eingeführt. Die MitarbeiterInnen werden laufend geschult, Veränderung und Lernbereitschaft in der Verwaltung gehören zu unserem Alltag.
Durch die Digitalisierung bei der Anmeldung zu den Sakramenten kommen weniger Menschen in die Pfarrkanzlei um ihre Dokumente persönlich abzugeben. Die Arbeit in der Kanzlei hat sich dadurch ebenfalls verändert. Eine Herausforderung in diesem Zusammenhang ist es, trotzdem den persönlichen Kontakt mit den Menschen aufzubauen und zu halten.
Wo ist Neues entstanden bzw. gerade im Entstehen?
Rohrer-Schneebacher: Die Verwaltung und Präsenz der Pfarrkanzleien im Seelsorgeraum wurden neu organisiert. Unsere SekretärInnen kennen sich in allen Pfarren des Seelsorgeraums aus. Durch eine gemeinsame Telefonanlage wird die Erreichbarkeit sichergestellt, auch wenn durch notwendige Abwesenheiten die Pfarrkanzlei vor Ort nicht besetzt werden kann.
Kanzleiöffnungszeiten und geplante Abwesenheiten werden aufeinander abgestimmt. Durch den gemeinsam genutzten Online-Kalender gibt es einen Überblick über Aktivitäten im Seelsorgeraum, sowie über räumliche Kapazitäten für interne oder externe Veranstaltungen.
Im Verwaltungsbereich finden monatliche Jour-fixe statt, wo sich die SekretärInnen über aktuelle Themen austauschen können und das Miteinander-Arbeiten gestärkt wird. Unser Seelsorgeraumrat besteht aus Mitgliedern aller Pfarren. In diesem Gremium findet ein guter Austausch statt und es werden wichtige pfarrübergreifende Themen besprochen und beschlossen. In einigen Bereichen wird „Seelsorgeraum gelebt“.
Redaktion: K. Grager
Maria Trösterin
Wallfahrtsort mit überregionaler Bedeutung.
In unserem SR befindet sich die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariatrost. Auch wenn dieser Wallfahrtsort verhältnismäßig jung ist (1714), ist er dennoch nach Mariazell einer der wichtigsten steirischen Marienheiligtümer. Viele Wallfahrende aus ganz Europa kommen nach Mariatrost. Sie folgen der Einladung der Gottesmutter, der „Trösterin der Betrübten“ und suchen Trost und Nähe an diesem Gnadenort.
Trotz der 30.000 BesucherInnen im Jahr hat der „Purberg“ noch viel ungenutztes Potential. Daher werden mehrere Maßnahmen für die Zukunft angedacht: Neue Formen und Angebote für Wallfahrten, Wallfahrergottesdienste durch den SR gestaltet, Ausstellungen und vieles mehr, damit Mariatrost auch als überregionaler Wallfahrtsort wieder verstärkt ins Bewusstsein kommt.
Dietmar Grünwald
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Im Blickpunkt
- Vertrauen untereinander, Sich-Aufeinander-Verlassen-Können und gegenseitige Wertschätzung prägen die Zusammenarbeit im Führungsteam des SR Graz-Ost. Und so möchten (v. r.) SL Hans Schrei, HBP Johanna Raml-Schiller und HBV Gerlinde Rohrer-Schneebacher auch den SR durch alle Wasser lenken.
- Foto: Thomas Lang
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- Spiri-Day für Firmlinge. Zum ersten Mal gab es heuer einen gemeinsamen Nachmittag für alle Firmlinge im SR mit unterschiedlichsten Workshops – von der Kirchenführung bis zum Erste-Hilfe-Crashkurs vom Roten Kreuz war alles dabei. Ungefähr 100 Jugendliche haben dieses Angebot angenommen und viel erlebt.
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- Ein Gemeinschaftserlebnis war die Fahrt zum Europakloster Gut Aich, zu der alle in der Liturgie Tätigen eingeladen waren. Die spirituelle Kraft des Ortes, nach dem Motto „dankbar leben, friedvoll leben, heilsam leben“ und die geerdete Willkommenskultur der Brüdergemeinschaft beeindruckten.
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- LektorInnen-Treffen. Gemeinsame Fortbildungen für bestimmte Gruppen im SR sind sinnvoll: Neben der fachlichen Weiterbildung ist ein Kennenlernen und Austausch über Pfarrgrenzen hinweg möglich und horizonterweiternd – das wurde z. B. beim Fortbildungstag der LektorInnen erfahrbar.
- Foto: Thomas Lang
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Zahlen und Fakten
SR Graz-Ost
Diese fünf Pfarren gehören zum SR:
Kroisbach, Mariatrost und Filialkirche St. Josef im Walde in Niederschöckl, Ragnitz, St. Leonhard und Stationskaplanei Mariagrün und die Pfarre zum Heiligsten Erlöser im Landeskrankenhaus.
Folgende Ordensgemeinschaften sind im SR beheimatet:
Ursulinen, Barmherzige Brüder, Benediktiner, Kreuzschwestern und Vorauer Schwestern.
Diese Bildungseinrichtungen gibt es: Pfarrkindergarten St. Leonhard, Pfarrkindergarten Ragnitz und viele weitere Kindergärten und -krippen unterschiedlicher Träger,
9 Volksschulen, 4 Mittelschulen, 2 Sonderschulen, 1 Fachschule, 2 berufsbildende höhere Schulen, Karl-Franzens-Universität (mit Kath.-Theol. Fakultät), Universität für Musik und Darstellende Kunst, Medizinische Universität.
Außerdem liegen im Gebiet des SR auch das Vinzidorf und das Obdachlosen-Hospiz „Himmelshafen der Elisabethinen“ und 9 Alten- und Pflegewohnheime.
Priester-Team: SL Pfarrer Hans Schrei, Pfarrer Dietmar Grünwald, Kapläne Jean-Baptiste Iranzi und Richard Kimbwi
Pastoral-Team: HBP Johanna Raml-Schiller, Jack Brew, Eva-Maria Herzog (Engagementförderin)
Sekretariats-Team: HBV Gerlinde Rohrer-Schneebacher, Monika Ammouri, Stefanie Blas-Feiertag, Jelena Jovic, Christian Kronheim, Ursula Pfister-Reisner
Diakone: Rudolf Prattes, Luis Pregartner, Franz Wallner, Peter Weinhappl, Thomas Lang (Priesterweihe am 29. Juni 2025)
▶ Website: kirchego.at
- Das Logo stellt ein Miteinander-Vernetzt-Sein dar, in der Mitte verdichtet sich alles, doch wir kreisen nicht um uns selbst, sondern streben auch nach außen. Jeder Pfarre ist eine Farbe zugeordnet, die sich auch in der gemeinsamen SR-Zeitung wiederfindet.
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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