Seelsorgeräume vorgestellt - SR Knittelfeld
Motorgeheul & Mönchsgesang
- Das alljährliche Ferienlager ist bei Kindern wie BegleiterInnen beliebt. Jedes Mal unter einem neuen Thema – eine Woche voller Spiel, Spaß und Abenteuer, die für Begeisterung sorgt.
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Der Seelsorgeraum Knittelfeld beherbergt die Wiege der Diözese und den Red Bull Ring. Zwischen den Wurzeln des Glaubens und der modernen Welt entfaltet sich das kirchliche Leben.
Ihr Seelsorgeraum aus der Luft betrachtet, was sticht sofort ins Auge?
Pfarrer Lukasz Wojtyczka, SL: Unser Seelsorgeraum erstreckt sich über zwei Städte und mehrere Gemeinden. Am beeindruckendsten ist wohl die herrliche Naturlandschaft, in die unsere Pfarren eingebettet sind. Weltberühmt ist der Red-Bull-Ring, der jährlich hunderttausende Motorsportbegeisterte aus Nah und Fern anzieht. Vor allem muss jedoch die historisch bedeutsame Basilika der Benediktinerabtei Seckau erwähnt werden, die 1218 – damals noch als Stiftskirche der Augustiner-Chorherren – zur Kathedrale des neu errichteten Bistums Seckau und somit zur Wiege unserer Diözese wurde.
Das tägliche Leben ist geprägt von Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Tourismus. Die Menschen pflegen nach wie vor alte Traditionen und Bräuche. Vor allem im städtischen Raum erlebt man jedoch eine starke Veränderung – eine sonst eher aus Weltmetropolen bekannte enorme religiöse, sprachliche und kulturelle Vielfalt, die mitunter zur Herausforderung für das Miteinander wird.
Der Großteil der katholischen Gläubigen pflegt eine sehr lose Bindung zur Kirche und ihrem gemeinschaftlich-liturgischen Leben und fokussiert sich überwiegend auf einige wenige Berührungspunkte.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte?
Wojtyczka: Tägliche Erfahrungen aus dem pastoralen Alltag in unseren Pfarren sowie Begegnungen mit Menschen aus dem kirchlichen Umfeld und von außerhalb haben uns wiederholt schmerzhaft gezeigt, dass viele unserer Ansätze, die sich früher bewährten, heute nur noch einen sehr begrenzten Personenkreis erreichen. So machten wir uns zum Beispiel vor einigen Jahren zum Ziel, die Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung neu zu konzipieren, damit sie besser auf die Situation und Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen „zugeschnitten“ ist. Neben Vermittlung von wichtigem Glaubenswissen, wollten wir ihnen auch einen Erfahrungsraum bieten, in dem sie den Glauben und die kirchliche Gemeinschaft erleben können.
Die Rückmeldungen der jungen Menschen seither bestärken uns in unserem Entschluss, trotz Gegenwind oder gar Anfeindungen vertraute Formen unerschrocken zu hinterfragen und, wo nötig, zu verwerfen, um neue zu entwickeln, die dem heutigen Menschen mit seiner Lebenswelt gerecht werden. Dieser Gedanke wird uns auch in den nächsten Jahren in pfarrlichem Leben und pastoralem Tun begleiten und den Fokus schärfen.
Wie war der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung?
Silke Brunner, HBP: Im vergangenen September habe ich die Aufgabe der Handlungsbevollmächtigten für Pastoral übernommen. Nun wachse ich langsam – Schritt für Schritt – in diese für mich neue Aufgabe hinein.
Unser Seelsorgeraum umfasst zwölf Pfarren, von denen jedoch nur in acht Pfarren unser Seelsorgeraumleiter zugleich Pfarrer ist. Die Einbindung in den anderen Pfarren erweist sich daher herausfordernd. Umso mehr erleben wir, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit den vielen sehr engagierten Ehrenamtlichen ist. Durch sie entstehen gute Kontakte und wir können weiter daran arbeiten, als Seelsorgeraum immer mehr zusammenzuwachsen.
In einigen Bereichen wie z.B. beim Sternsingen, bei den EKi-Gruppen und auch bei der Firmvorbereitung werden die Angebote und die Unterstützung gerne angenommen. Auch das gemeinsame Fest zu Maria Himmelfahrt am 15. August, das wir in Seckau feiern, ist ein wichtiger Meilenstein für unser Miteinander geworden.
In der aktuellen Vorbereitung auf die Visitation erlebe ich großen Zusammenhalt aller zwölf Pfarren. Man spürt, es braucht noch Zeit, doch der Wunsch, gemeinsam Kirche zu leben, ist spürbar.
Gibt es Pfarrgrenzen-überschreitende Angebote und wie werden sie angenommen bzw. getragen?
Brunner: Bereits vor dem offiziellen Start des Seelsorgeraumes haben wir in acht von zwölf Pfarren die Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung gemeinsam gestaltet. Es bleibt ein Fest der Pfarre, aber gemeinsam bereiten wir uns vor. Die Gruppenstunden und die Feiern des ersten Empfangs der Hl. Kommunion finden in den jeweiligen Pfarren statt.
Die Firmvorbereitung besteht aus verschiedenen Workshops, die die Jugendlichen frei wählen können. Die Angebote bieten vielfältige Begegnungen und Erfahrungen. Auch für die Feier der Firmung können die Jugendlichen sich selbst entscheiden, in welcher Pfarrkirche sie gefirmt werden möchten.
Diese Art der Vorbereitung wird in unseren Pfarren gut angenommen und findet vor allem bei der Firmung großen Anklang. Hier sind Pfarre und Termin zum Aussuchen, was für viele eine Erleichterung ist.
Weitere gemeinsam gestaltete Angebote im SR sind unser Ferienlager, die gemeinsame Feier der Gründonnerstagsliturgie, die Tiersegnung in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde, der ökumenische Gottesdienst für Liebende und unsere Kinderevents – um nur einige der Aktivitäten zu nennen. Auch diese werden gerne angenommen.
Was waren die größten Herausforderungen in der Verwaltung des Seelsorgeraums?
Renate Ruprechter, HBV: Bevor ich meine Tätigkeit als Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung im Seelsorgeraum Knittelfeld aufgenommen habe, war ich als geschäftsführende Vorsitzende des Wirtschaftsrates der Pfarre Knittelfeld tätig. Meine bereits zuvor bestehenden Kontakte innerhalb des Seelsorgeraums erwiesen sich als großer Vorteil für meinen Einstieg in die neue Aufgabe. Besonders im musikalischen Bereich bin ich gut vernetzt: Drei der fünf Pfarrsekretärinnen im Seelsorgeraum sind Chorleiterinnen. Eine davon leitet jenen Chor, in dem auch ich singe; der geschäftsführende Vorsitzende dieser Pfarre singt im Bass.
Eine große Herausforderung meiner bisherigen Arbeit bestand darin, die Wirtschaftsräte von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen, die Betriebsführung der Pfarrkindergärten an den diözesanen Träger KIB3 zu übergeben. Umso mehr hat es mich gefreut, dass sich ein Wirtschaftsrat nach eineinhalb Jahren ausdrücklich für mein Durchhaltevermögen bedankte und der Antrag — mit Unterstützung der KIB3 — schließlich genehmigt wurde.
Wo ist Neues entstanden bzw. gerade im Entstehen?
Ruprechter: Ohne mein Zutun sind ein gemeinsamer Ball des Seelsorgeraumes sowie ein gemeinsamer Ausflug entstanden. Die Organisation dieser Veranstaltungen liegt in den Händen engagierter Ehrenamtlicher und ist dort bestens aufgehoben. Es freut mich sehr, dass so viele Menschen aus dem Seelsorgeraum die Gelegenheit nutzen und an diesen Aktivitäten teilnehmen. Gemeinsam arbeiten, tanzen, lachen und feiern – all das stärkt unsere Gemeinschaft.
Auch die Wirtschaftsräte der zwölf Pfarren unseres Seelsorgeraumes kommen regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch zusammen. Diese Treffen finden in einem angenehmen Rahmen statt, oft begleitet von einer gemeinsamen Jause und gelegentlich mit einem gemütlichen Ausklang im pfarreigenen Weinkeller der Pfarre meines Sangeskollegen.
Spielerisch glauben lernen
Bei den Kinderevents ist viel Raum für Kreativität.
Kindern den Glauben auf kreative und spielerische Weise näherbringen – mit diesem Ziel wurden unsere „Kinderevents“ ins Leben gerufen. In speziell für unsere jungen ChristInnen entwickelten Treffen greifen wir zentrale Themen des Kirchenjahres auf. So entstand etwa die „Weihnachtswerkstatt“, die rund 80 Kinder begeisterte. Ein weiteres Highlight war das Oster-Event „Mit Friedolin Schritt für Schritt zum Osterfest“. Auch Heilige, die – wie der hl. Nikolaus – für unseren Glauben eine große Rolle spielen, holen wir vor den Vorhang und erzählen ihre spannenden Geschichten.
Gemeinsam backen, spielen, kreativ gestalten und vieles mehr gehört bei unseren liebevoll gestalteten Kinderevents dazu. Ein engagiertes Team von Ehrenamtlichen bereitet diese zusammen mit den Pastoralreferentinnen vor. Jede und jeder bringt Ideen ein. Wir freuen uns, dass mittlerweile viele Kinder bei jedem unserer Events dabei sind. Ihre strahlenden Augen berühren uns im Herzen und sind für uns der schönste Lohn.
Im Blickpunkt
- Das Seelsorgeraum-Führungsteam im SR Knittelfeld besteht aus (v. l.) Renate Ruprechter als Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung, Silke Brunner als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral und Pfarrer Lukasz Wojtyczka als Leiter des Seelsorgeraums.
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- Der „Ball der bunten Kirche“ ist ein Highlight des Jahres. Organisiert und durchgeführt von Ehrenamtlichen aus allen Pfarren des Seelsorgeraums, zieht er jedes Mal hunderte begeisterte BesucherInnen an und zeugt von Vielfalt, Zusammenhalt und Engagement über die Pfarrgrenzen hinaus.
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- Tiersegnung. Am Gedenktag des heiligen Franz von Assisi lädt das Seelsorgeteam zusammen mit der Stadtgemeinde Knittelfeld in den Stadtpark ein, wo in einer kurzen Andacht die Schönheit der Schöpfung gefeiert wird. Zum Schluss werden die Tiere und Stofftiere sowie natürlich auch alle Zweibeiner gesegnet.
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- Ökumene – Valentinsgottesdienst. Gelebte Ökumene wird selbstverständlich und mit Freude praktiziert – z.B. am Valentinstag beim „Gottesdienst für Liebende“, der gemeinsam mit den evangelischen und rumänisch-orthodoxen ChristInnen in der jeweils gastgebenden Kirche gefeiert wird.
- Foto: Moser
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Zahlen und Fakten
SR Knittelfeld
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Diese 12 Pfarren gehören zum SR: Gaal, Großlobming, Kleinlobming, Knittelfeld, Kobenz, Lind-Maßweg, Rachau, Schönberg ob Knittelfeld, Seckau, St. Lorenzen bei Knittelfeld, St. Marein bei Knittelfeld, St. Margarethen bei Knittelfeld.
Außerdem gibt es Krankenhausseelsorge im LKH Knittelfeld.
Kontakt:
SL Pfarrer Lukasz Wojtyczka
0676/8742 6663
lukasz.wojtyczka@graz-seckau.at
HBP Silke Brunner:
0676/8742 6715
silke.brunner@graz-seckau.at
HBV Renate Ruprechter
0676/8742 6874
renate.ruprechter@graz-seckau.at
Pfarrer: Abt Johannes Fragner, Alfred Robnik, P. Othmar Stary; Vikare: P. Paul Gnalian, Mathew Joseph; Kaplan: P. Seraphim Fragner; Seelsorger: P. Gabriel Reiterer; em. Pfarrer: Karl Natiesta; Diakone: Johann Glück, Max Weissenbäck, Alfred Sabransky, em. Diakon: Alois Madleniger;
Pastorale Mitarbeiterinnen: Julia Luschin, Julia Staubmann; Pastoralreferentin am LKH: Juliana Riegelnegg;
Fachreferentin für Freiwilligenmanagement: Sandra Puster;
Pfarrsekretärinnen und Ansprechpartnerinnen in den Pfarren: Margit Diewald, Regina Hochfellner, Annemarie Höbenreich, Cornelia Preisler, Karin Sammt, Alexandra Schneidler.
▶ Web: knittelfeld.graz-seckau.at
LOGO
Unterschiedliche Menschen, in ihrer Vielfalt im Zeichen des Kreuzes vereint, leben als „bunte Kirche“ den Glauben an Gott – mitten im Tal der Mur, in malerischer Landschaft mit ihren Bergen und Feldern.
- Foto: Logodesign: Thomas Hollomey
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Legende
SR = Seelsorgeraum
SL = Seelsorgeraumleiter
HBP = Handlungsbevollmächtigte/r für Pastoral
HBV = Handlungsbevollmächtigte/r für Verwaltung
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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