Glauben weiter pflegen | Teil 02
Heimat in der Fremde zu finden kann gelingen

Bevor neue Akzente für den Sonntag im Pflegewohnhaus eingeführt wurden, haben MitarbeiterInnen mit den BewohnerInnen über die Sonntagskultur von „damals“ gesprochen. Vieles wurde durch das Erzählen wieder in Erinnerung gebracht, das Saubermachen am Samstag, das Sonntagsgewand, der Kirchgang, die Stärkung beim Kirchenwirt, der Sonntagsbraten, der Nachmittagsspaziergang und einiges mehr. Den Sonntag als besonderen Tag zu (er-)leben, bedeutet den Menschen im Pflegewohnhaus sehr viel, selbst wenn er natürlich nicht mehr der freie Tag ist, erklären Erwin Löschberger, Seelsorger im Pflegewohnhaus, und Anita Freismuth, Leiterin des Hauses.

Für die BewohnerInnen kann der Sonntag nach einigen Änderungen intensiver als Feiertag erlebt werden. Schon für das Frühstück wird der Tisch schöner und mit besonderen Stoffservietten gedeckt, es gibt Striezel oder anderes Gebäck. Blumen schmücken die Tische, in der Winterzeit eine kleine Laterne mit Kerze. So wird der Sonntag gespürt, werden Erinnerungen aktiviert.

Da früher der Kirchgang selbstverständlich zum Sonntag dazugehört hat, im Pflegewohnhaus aber keine Sonntagsmesse gefeiert werden kann, musste eine andere religiöse Feierform gefunden werden. Freismuth: „Es hat sich eingebürgert, dass BewohnerInnen, die möchten, gemeinsam im Andachtsraum den Radiogottesdienst hören und schließlich von KommunionhelferInnen der Pfarre die Kommunion bekommen. Die ehrenamtlichen PfarrmitarbeiterInnen gehen auch zu den Menschen in die Zimmer, die selbst nicht mehr kommen können. So gibt es eine sehr geglückte Zusammenarbeit mit der Pfarre und eine Aktion, die Gemeinsamkeit stiftet und Kontakte ermöglicht. Etwas, wo Menschen an ihre früheren Sonntagsgewohnheiten anknüpfen können.“ Für die Hausleiterin ist es auch wesentlich, dass das Pflegeheim in der Pfarre präsent ist. „Wir besuchen das Erntedankfest oder andere pfarrliche Veranstaltungen und halten den Kontakt aufrecht, lassen uns sehen.“ So sind die BewohnerInnen nicht komplett abgetrennt vom Gemeinschaftsleben, sondern mitten-
drin.

Zum Erleben des Sonntags gehört noch ein besonderer Beginn des Mittagessens. Löschberger: „Mit einem Gong wird das Sonntagsmahl eingeläutet. MitarbeiterInnen oder auch manche BewohnerInnen lesen einen guten Gedanken, manchmal auch einen Witz vor. Das früher sehr vertraute Tischgebet schließt dieses Sonntagsritual ab.“

Freismuth und Löschberger sind begeistert, dass sich diese Vertiefung der Sonntagskultur im Pflegewohnhaus gut eingespielt hat. Alle helfen gern und konsequent mit, denn es geht um viel, um das Erleben des Sonntags als christlicher Urfeiertag.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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