Katholische Privatschulen in der Steiermark | Teil 11
Eine Ausbildung mit Jobgarantie

Im Caritas-Ausbildungszentrum für Sozialberufe werden junge Menschen für die Arbeit als Altenhelfer, Sozialfachbetreuer für Alten-, Familien- und Behindertenarbeit vorbereitet.
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  • Im Caritas-Ausbildungszentrum für Sozialberufe werden junge Menschen für die Arbeit als Altenhelfer, Sozialfachbetreuer für Alten-, Familien- und Behindertenarbeit vorbereitet.
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"Leicht war es nicht, als ich meiner Freundin die Zähne putzen sollte“, gesteht Marion lächelnd. Aber sie habe verdammt viel gelernt dabei. Vor allem über Vertrauen. Und diese Erfahrung möchte sie auf keinen Fall mehr missen. Die 22-Jährige steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin. Und weil sich Marion Maderthaner für die Arbeit mit alten Menschen entschieden hat, gehört zu ihrer Ausbildung auch eine Einheit Zähneputzen. Nicht die eigenen wohlgemerkt, sondern die der Kolleginnen. „Man kann sich ja viel besser in andere einfühlen, wenn man selber weiß, wie das ist“, erklärt Marion die ungewöhnliche Unterrichtseinheit, die auf die Praxis vorbereiten soll. Und die heißt eben manchmal auch Zähneputzen, wenn der alte Mensch dazu selber nicht mehr in der Lage ist.

Marion Maderthaner absolviert ihre Ausbildung im Ausbildungszentrum für Sozialberufe der Caritas in Graz. Die Atmosphäre im Gebäude in der Wielandgasse wirkt einladend und freundlich, im sonnigen, lichten Aufenthaltsraum, der sich gleich über dem Eingang befindet, wird zwischen den Unterrichtseinheiten relaxt, Kaffee getrunken, gelesen und geplaudert. Von den 440 Teilnehmern besuchen in diesem Schuljahr etwa ein Drittel die Ausbildung für Altenarbeit. Der Rest hat sich für Familienarbeit oder Behindertenbegleitung und Behindertenarbeit entschieden. Das Alter der Absolventen reicht von 22 bis 50 Jahre – je nachdem, ob sie die zweijährige Vollzeitausbildung oder die dreijährige berufsbegleitende Variante wählen.

Marion weiter: „Was mir so gut gefällt, ist, dass jeder Tag neu ist. Weil die Menschen immer anders sind.“ Es gibt aber auch Kritik: „Die Leute draußen reduzieren Altenbetreuung immer nur auf Windelnwechseln. Das stimmt einfach nicht“, ärgert sich Marion über das Image ihres Berufs. „Nur die wenigsten wissen, dass wir viel mehr tun, dass wir die Menschen motivieren und ermutigen und dass wir viel Spaß mit ihnen erleben.“

Die Ausbildung zur Altenarbeit, die bei der Caritas auf Fach- und Diplomniveau jeweils berufsbegleitend oder im Vollstudium abgeschlossen werden kann, geht über die gesetzlichen Mindestanforderungen für Pflegehilfe weit hinaus und dauert statt nur einem Jahr zwei Jahre beziehungsweise drei Jahre (Diplom). „Das ist auch ein Grund, warum unsere Absolventinnen und Absolventen am Arbeitsmarkt sehr begehrt sind“, betont Direktorin Waltraud Wiener. Jeder Einzelne in der Abschlussklasse hat bereits eine fixe Jobzusage. Schade findet sie nur, dass die Entlohnung für Altenarbeit unabhängig von der Intensität der Ausbildung ist.

Dass ihre längere Ausbildung nicht besser honoriert wird, bedauern auch die Absolventinnen in der Abschlussklasse zum Sozialfachbetreuer. Aber wenn sie erneut vor der Wahl ihrer Ausbildung stünden, sind sie sich einig: „Wir würden uns wieder so entscheiden. Die Ausbildung hier ist nicht nur viel qualifizierter, sondern auch viel menschlicher. Wir haben gelernt, mehr auf die Menschen einzugehen.“

Im Caritas-Ausbildungszentrum für Sozialberufe werden junge Menschen für die Arbeit als Altenhelfer, Sozialfachbetreuer für Alten-, Familien- und Behindertenarbeit vorbereitet.
Schülerinnen erproben ihre praktischen Fähigkeiten für soziale Betreuungsberufe.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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