Advent & Weihnachten bei mir daheim
Ein Fest der Gemeinschaft

Aufwendig geschmückte Weihnachtsbäume laden in Vietnam zum Verweilen ein. Etwa bei der Saint Joseph’s Cathedral Church in Hanoi/Vietnam. | Foto: Adobe Stock
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Weihnachten in Vietnam. Es gibt wenige Geschenke, „das Christkind ist das größte Geschenk“, erzählen die vietnamesischen Schwestern.

Wir sind Maria Tran, Maria Dau und Theresa Nguyen, junge geistliche Schwestern aus der Diözese Vinh in Vietnam. Derzeit leben wir im schönen Österreich und im noch schöneren Graz-Mariatrost. Wenn wir von Advent und Weihnachten „bei uns daheim“ erzählen, dann denken wir an einen Ort voller Leben, Stimmen, Musik – und ganz viel Gemeinschaft.

Unser Mutterhaus in Vinh ist groß: Rund 300 junge Schwestern leben dort zusammen. Man kann sich vorstellen, was da los ist, besonders in der Adventzeit. Still und leise ist es selten, aber herzlich und lebendig immer. Einen klassischen Adventkranz oder Adventkalender, wie man ihn aus Österreich kennt, gibt es bei uns nicht. Wir bewundern diese Traditionen sehr – sie sind wunderschön –, aber unser Advent lebt mehr vom Miteinander als von traditionellen Symbolen.
Stress, wie man ihn aus Europa kennt, gibt es bei uns weniger. Auf dem Land ist es ruhig, fast beschaulich. In den Städten dagegen ist viel Lärm und Bewegung. Was aber fehlt, ist der große Einkaufsstress. Denn Geschenke spielen bei uns eine kleinere Rolle. Stattdessen sind „geistliche Geschenke“ wichtig – füreinander beten, sich Zeit schenken, sich gemeinsam freuen.

Heimkommen. Zu Weihnachten kommen viele Menschen aus verschiedenen Orten zurück in ihre Familien. Dann wird gemeinsam gekocht, gelacht und gegessen. Auf den Tisch kommt typisch vietnamesisches Essen – nur reichlicher als sonst, mit viel frischem Obst und Gemüse. Es ist ein Fest für alle Sinne, aber ohne Überfluss.
Von den 100 Mio. VietnamesInnen sind etwa 8 % katholisch. Wir sind im kommunistisch ausgerichteten Staat eine Minderheit, aber dafür katholisch sehr engagiert. In den katholischen Familien gehören Krippen selbstverständlich auch bei uns dazu. Sie sind meist klein und einfach: aus Papier oder Holz, oft selbst gemacht. Die Pfarren und Gemeinden haben größere Krippen, alles ist mit viel Licht geschmückt, es glitzert und funkelt. Einen klassischen Christbaum gibt es manchmal aus Plastik – oder als kreative „Kunstform“, etwa aus vietnamesischen Hüten oder Girlanden.

Arme. Ein besonders wichtiger Teil von Weihnachten ist für uns die Solidarität. Unsere Kongregation organisiert jedes Jahr eine Weihnachtsfeier für arme Menschen. Wir Schwestern singen und tanzen, und am Ende bekommen die Gäste kleine Geschenke – oft ein Kuvert mit etwas Geld. Auch viele Pfarren sammeln Spenden für Bedürftige.

Feiern. Der Heilige Abend ist bei uns arbeitsfrei. Um etwa 19 Uhr beginnt in der Kirche eine große Feier mit Musik, Lesungen und Krippenspielen. Nach einer Pause folgt um 23 Uhr die Christmette. Und im Kloster? Da wird noch lange weitergefeiert: mit Essen, Gesang und viel Freude – oft bis weit nach Mitternacht. Weihnachten bei uns ist laut und leise zugleich, einfach und festlich. Vor allem aber ist es ein Fest der Gemeinschaft. Und genau das macht es für uns so besonders.

Rezept

Vietnamesisches Weihnachtshuhn
(Gà Quay)

Zutaten (für 4 Personen):
1 ganzes Huhn (ca. 1,2–1,5 kg), 3 EL Fischsauce (Nước mắm),
2 EL Sojasauce, 1 EL Honig,
1 TL Zucker, 3–4 Knoblauch-
zehen (fein gehackt), 1 Stück Ingwer (ca. 3 cm, fein gehackt), 1 TL Pfeffer, 2 EL Pflanzenöl, Frühlingszwiebeln oder Koriander zum Garnieren.

Zubereitung: 1. Marinade vorbereiten: Knoblauch, Ingwer, Fischsauce, Sojasauce, Honig, Zucker, Pfeffer und Öl in einer Schüssel gut vermischen. 2. Huhn marinieren: Das Huhn innen und außen mit der Marinade einreiben. Mindestens 2–3 Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank, marinieren lassen.
3. Huhn braten: Den Ofen auf 180 °C vorheizen. 1–1,5 Stunden braten, gelegentlich mit Bratensaft übergießen.
Tipp: Für knusprige Haut die letzten 10–15 Minuten bei 200 °C grillen. 4. Servieren: Mit Frühlingszwiebeln oder Koriander garnieren. Dazu passt Jasminreis oder ein einfacher vietnamesischer Salat.

Theresa Nguyen, Maria Tran und Maria Dau (von links) stammen aus Vietnam und leben als Klostergemeinschaft in Graz-Mariatrost. | Foto: Finster
  • Theresa Nguyen, Maria Tran und Maria Dau (von links) stammen aus Vietnam und leben als Klostergemeinschaft in Graz-Mariatrost.
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Aufwendig geschmückte Weihnachtsbäume laden in Vietnam zum Verweilen ein. Etwa bei der Saint Joseph’s Cathedral Church in Hanoi/Vietnam. | Foto: Adobe Stock
Ein Weihnachtsbaum aus 2000 traditionellen Kegelhüten in Da Nang/Vietnam. | Foto: Adobe Stock
Theresa Nguyen, Maria Tran und Maria Dau (von links) stammen aus Vietnam und leben als Klostergemeinschaft in Graz-Mariatrost. | Foto: Finster
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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