Taizé: Einfach Leben | Teil 03
Beten: Bei Gott zu Gast sein

Junge Menschen beim Gebet in der Kapelle der Kirche von Taizé.
  • Junge Menschen beim Gebet in der Kapelle der Kirche von Taizé.
  • Foto: Sabine Leutenegger
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Das Gebet ist keine Konzentrationsübung. Beten heißt bei Gott zu Gast sein, in seiner Gegenwart weilen, sich von ihm aufnehmen lassen.

Für wichtige oder schwierige Gespräche müssen wir uns konzentrieren. Wenn wir hingegen mit uns nahe stehenden Menschen zusammen sind, sind wir gelöst. Man spricht vom einen und andern, schweigt auch zu-sammen, ist nicht unbedingt konzentriert, aber dafür in Frieden.

Das Gebet gleicht dieser zweiten Art von Begegnung. Bei Gott dürfen wir sein, wie wir gerade sind. Denn Gott versteht alles von uns. Es ist nicht nötig, dass wir uns, wie zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch, von unserer besten Seite präsentieren.

Seit der Erzvater Jakob im Traum den Himmel offen sah und beim Erwachen die Stelle seines Lagers „Bethel“, das heißt „Haus Gottes“, nannte, heißen überall auf der Erde Orte, wo man betet, „Gotteshäuser“.

Für sich braucht Gott natürlich kein Haus, aber er braucht eines, um uns gastlich aufnehmen zu können, damit wir in Stille und Frieden in seiner Gegenwart weilen können.

Zum Beten kann es sehr hilfreich sein, einen Ort des Gebetes, ein Gotteshaus, einfach aufzusuchen und ein paar Minuten dort zu verweilen.

 

Überall ist Gott.
In den Ostkirchen ist es Brauch, zu Beginn jedes Gottesdienstes und auch jeder persönlichen Gebetszeit die Worte zu sprechen: „Himmlischer König, Tröster, Du Geist der Wahrheit, der Du überall bist und alles erfüllst…“

Da Gott durch den Heiligen Geist überall gegenwärtig ist, kann jeder Ort, nicht nur Kirchen, „Bethel“, das heißt „Haus Gottes“ werden. Wir können beten, wo immer wir auch sind.

Gott, du liebst uns. Wie arm unser Gebet auch sein mag: Wir suchen dich mit Vertrauen. Und deine Liebe findet durch unser Zögern und sogar durch unsere Zweifel hindurch ihren Weg, sagt Frère Roger.

Oft haben wir den Eindruck, dass es mit unserem Gebet nicht gerade weit her ist. Manchmal sind wir sogar versucht, das Gebet zu lassen, weil wir uns sagen, dass wir doch niemals fähig sein werden zu beten, wie es sich gehört.

 

Mit Vertrauen. Im Gebet kommt es aber einzig und allein auf das Vertrauen an.
Denn beim Beten tun nicht nur wir etwas, sondern ist vor allem Gott am Werk. Auch wenn unser Gebet so arm ist, dass wir ohne Worte und ohne Konzentration beten, auch wenn unser Gebet nur ein Seufzer ist, liebt uns Gott so sehr, dass seine Liebe durch alle möglichen Hindernisse und Widerstände hindurch ihren Weg in unser Herz findet.

Frère Richard

ZUR PERSON FRÈRE RICHARD
1959 in der Schweiz geboren. In Taizé seit 1978, Ostern 1983 Lebensengagement.
Arbeit mit der Bibel in der Communauté und bei den Jugendtreffen, persönliche Gespräche und Begleitung von Jugendlichen, Kontakte und Besuche in Südosteuropa.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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