Zukunftsbild der steirischen Kirche | Teil 09
Berufung

Berufung geht jeden Menschen an. Gott ruft uns beim Namen und schenkt uns in Taufe und Firmung seine göttliche Kraft. In und aus dieser Dynamik Gottes ist jeder Mensch dazu gerufen, in seinem persönlichen Umfeld
Zeugnis für die Liebe Gottes zu geben. Auch hinter kirchlichen Handlungs- und Berufsfeldern steht der Ruf Gottes an den einzelnen Menschen. In gutem Miteinander ist Kirche dazu herausgerufen, mit Menschen Wege zu Gott zu suchen und sie darin zu begleiten. Dazu braucht es die passende Atmosphäre. Seelsorge ist kirchliches Kerngeschäft, und alle Gläubigen sind dazu berufen, einander auf dem Lebensweg zu unterstützen.

Fragen:

  • Was ist unsere konkrete Aufgabe als Kirche vor Ort (Pfarre, Kirchort, Einrichtung, karitatives Engagement)?
  • Wie kann jede und jeder einzelne von uns seine/ihre Talente und Fähigkeiten dazu einsetzen, dass das Reich Gottes wachsen kann und etwas von der Liebe und Großherzigkeit Gottes für die Menschen spürbar wird?
  • Wie kann es gelingen, die Freude an der Berufung mit Hilfe eines klar strukturierten Freiwilligenmanagements (klare Absprachen: Beginn/Ende, Weiterbildung, Rückmeldungen, Danke-Kultur, Wertschätzung …) zu erhalten?

Die Teilnahme an Einkehrtagen oder Exerzitien unterstützt dabei, der eigenen Berufung nachzuspüren. Achten Sie darauf, dass jedes Teammitglied die Möglichkeit hat, sich in seiner/ihrer Berufung zu vertiefen.

Das Zukunftsbild konkret erlebt

Sr. Antonia Huber ist Kreuzschwester in Graz und möchte mit ihren Angeboten junge Menschen ansprechen. Sie unterrichtet auch in der Tagesheimschule des Bischöflichen Gymnasiums im Augustinum.

Was ist für Sie die konkrete Aufgabe als Kirche vor Ort, konkret als Gemeinschaft „San Damiano“ im Priesterseminar Graz?
Es ist uns wichtig, mit der Seminargemeinschaft das Leben zu teilen. Die gemeinsamen Gebetszeiten und Gottesdienste sind wichtige Begegnungsmöglichkeiten im Alltag. Der Austausch bei den Essens-zeiten ist uns besonders wertvoll. Mit den Angeboten unserer Gemeinschaft „San Damiano“, die es seit 2017 gibt, möchten wir vor allem spirituell interessierte junge Menschen ansprechen und sie begleiten.

Wie kann jede und jeder Einzelne von uns seine/ihre Talente und Fähigkeiten dazu einsetzen, dass das Reich Gottes wachsen kann und etwas von der Liebe und Großherzigkeit Gottes für die Menschen spürbar wird?
In den einzelnen Begegnungen mit den Menschen versuche ich Gottes Liebe spürbar zu machen. Dies gelingt manchmal mehr, manchmal weniger. Das Wort unserer Gründerin Mutter Maria Theresia Scherer ist mir immer wieder ein Ansporn: „Das Gramm Gold entdecken, das in jedem Menschen verborgen ist.“

Wie kann es gelingen, die Freude an der Berufung zu erhalten?
Für mich ist das Wichtigste die persönliche Beziehung zu Jesus Christus! Im Gebet finde ich hin zu Jesus Christus. Diese Beziehung sollte immer wieder vertieft und gepflegt werden, und aus dem heraus ist es möglich, die persönliche Berufung zu leben. Das Gemeinschaftsleben ist mir dabei ganz wertvoll und eine Stütze im Alltag. Gemäß einem Wort von Frère Roger Schutz gestalte ich mein Leben:„Im HEUTE Gottes leben, das ist das WICHTIGSTE.
Morgen wird ein weiteres HEUTE sein.“

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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