Wie gehts Tier? | Teil 01
Beim Milchmädchen mit 42 Damen zu Gast

Die meisten davon gehören Anglo Nubiern oder Steirerschecken. Ein Augenpaar hört auf den Namen Alpha und holt sogleich den Fußball herbei, damit man mit ihr spielt. Alpha ist ein Border Collie und beruflich Ziegen-Hüte-Hündin. Die 42 Ziegen vom „Milchmädchen“, wie Sonja sich und ihren Hof nennt, sind ihr Spezialgebiet. Wenn die Herde auf eine der Weiden gebracht werden soll, ist Alpha zur Stelle.

Seit zehn Jahren hält Sonja Trummer Ziegen. Den Anfang machte Mäcki, ein junger Ziegenbock, den sie eigentlich zum Schlachten bekam. Doch sie behielt ihn und holte zwei Ziegendamen dazu. „Mein Plan war“, so Trummer, „bei meinen Kindern zu Hause zu bleiben“. So beginnt sie mit drei Ziegen einen Selbstversorgerhof. Die Milch verarbeitet sie auch zu Käse, der bei Verwandten und in der Nachbarschaft schnell sehr beliebt ist. Als sich schließlich ein Spitzenkoch von ihren Ziegenkäsen begeistert zeigt, nimmt die Idee einer größeren Produktion immer mehr Form an, und Hof und Herde wachsen.

Im Moment leben 37 laktierende Ziegen in Risola und decken den Milchbedarf der KundInnen gerade so ab. Da die Nachfrage steigt, wird die Zahl der Milchziegen bis zum nächsten Jahr erhöht. 42 Damen werden dann von ihrem Milchmädchen rundum betreut. Täglich mehrmals Heu (vor allem im Winter), regelmäßige Weidegänge und natürlich Streicheleinheiten. Sonja kennt jedes ihrer Tiere beim Namen. Vertrauen und Tierwohl sind die Basis ihrer Arbeit. Daher bleiben die neugeborenen Ziegen die ersten vier Wochen gänzlich bei ihren Müttern, trinken die gesunde Milch, wachsen und lernen alles, was sie später brauchen. Auch der von der steirischen Tierschutzombudsstelle preisgekrönte offene Stall mit Sonnenterrasse, vielen erhöhten Liegeflächen, mehreren Fressplätzen und einer speziellen Komposteinstreu ist ein einzigartiges Qualitätsmerkmal des Trummer’schen Ziegenhofs.

Sonja Trummer suchte schon immer das Außergewöhnliche. Auch ihr ursprünglicher Lehrberuf als Bandagistin zeugt davon. „Ich wollte immer schon etwas machen, das sonst niemand macht“, sagt sie und lacht. Als Ziegenzüchterin ist sie in der Umgebung ein Unikum und ihr Betrieb der einzige dieser Art. So kommt es, dass ihre Ziegen auch einmal weiter reisen als nur bis zur nächsten Weide. Über den Sommer machen ein Dutzend ihrer WiederkäuerInnen Urlaub auf der Alm in Breitenau am Hochlantsch. In Kooperation mit Rinderbauern werden die Tiere dort zur Alm-Pflege eingesetzt. Weil Ziegen ihr Futter selektieren und mit ihrem Klettertalent auch in unwegsamem Gelände einsetzbar sind, eignen sie sich besonders, um die Weideflächen der Rinder von Unkräutern und Büschen freizuhalten. „Ziegen sind intelligent und reinlich“, erklärt Sonja Trummer. Auf die Frage, warum sie denn gerade Ziegen hält, antwortet sie schmunzelnd: „Eigentlich war es Zufall!“

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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