Kirchenlehrer/-innen | Teil 35
Basilius der Große

Der heilige Basilius der Große, 40 x 34 cm, von Johannes von Jerusalem, 18. Jh. St.-Nikolaus-Kirche, Tripolis, Libanon.
  • Der heilige Basilius der Große, 40 x 34 cm, von Johannes von Jerusalem, 18. Jh. St.-Nikolaus-Kirche, Tripolis, Libanon.
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Freimütig wie ein Bischof

Wer das Hoch­pla­teau der Vä­ter­zeit er­stei­gen will, muss die Hoch­ebe­ne von Kap­pa­do­kien an­pei­len. Sie liegt un­ge­fähr in der Mit­te der heu­ti­gen Tür­kei. Ih­re Haupt­stadt Kay­sa­ri trägt heu­te noch den­sel­ben Na­men wie im Al­ter­tum. Wenn wir den Be­richt der Apos­tel­ge­schich­te für ba­re Mün­ze neh­men dür­fen, ist Pau­lus zwar in das be­nach­bar­te Ga­la­ti­en, nicht aber nach Kap­pa­do­kien ge­kom­men. Doch wer­den die Kap­pa­do­kier im Be­richt über das Pfingst­fest er­wähnt.

Auch in der Über­schrift des ers­ten Pe­trus­brie­fes wird un­ter den fünf Land­schaf­ten Kap­pa­do­kien er­wähnt, wes­halb manch­mal an­ge­nom­men wird, Pe­trus ha­be dort mis­sio­niert, was nicht ganz un­wahr­schein­lich ist, weil der Ga­la­ter­brief des hei­li­gen Pau­lus die Be­kannt­schaft der Ad­res­sa­ten mit Pe­trus vo­raus­setzt.

Ei­nen Kap­pa­do­kier, Gre­gor von Na­zi­anz, ha­ben wir schon flüch­tig ken­nen ge­lernt. Der ei­gent­li­che gro­ße Mis­sio­nar der Ge­gend war aber hun­dert Jah­re zu­vor der Ori­ge­nes-Schü­ler Gre­gor, der Wun­der­tä­ter, der Kap­pa­do­kien zu ei­nem christ­li­chen Land ge­macht hat­te.

In der 2. Hälf­te des vier­ten Jahr­hun­derts war Ba­si­li­us die he­raus­ra­gen­de Ge­stalt. Er war der Sohn des gleich­na­mi­gen Rhe­tors aus der Stadt Cä­sa­rea. Die Fa­mi­lie war be­gü­tert und schon lan­ge christ­lich. Mak­ri­na, die Groß­mut­ter vä­ter­li­cher­seits un­se­res Ba­si­li­us, sei­ne gleich­na­mi­ge Schwes­ter, sei­ne Mut­ter Em­me­lia und sei­ne bei­den Brü­der Pe­trus und Gre­gor wer­den als Hei­li­ge ver­ehrt.

 

Schwie­ri­ge Si­tua­ti­on

Die Si­tua­ti­on der Kir­che im Os­ten war schwie­rig. Im Jahr 363 war Kai­ser Jo­vi­an nach acht­mo­na­ti­ger Re­gie­rungs­zeit plötz­lich ge­stor­ben. Der Gar­de­of­fi­zier Va­len­ti­ni­an war ihm nach­ge­folgt und hat­te auf Drän­gen des Mi­li­tärs sei­nen Bru­der Va­lens zum Mit­re­gen­ten im Os­ten ein­ge­setzt. In frap­pie­ren­der Wei­se wie­der­hol­te sich das Schau­spiel, dass Va­len­ti­ni­an im Wes­ten dem niz­äni­schen Glau­ben an­hing, aber kei­ne christ­li­che Grup­pe be­vor­zug­te, Va­lens im Os­ten die Aria­ner be­vor­zug­te und die Niz­äner bru­tal ver­folg­te, wohl noch bru­ta­ler als Con­stan­ti­us. (So­zo­me­nos er­zählt von 80 Pries­tern, die ein­mal in Kon­stan­ti­no­pel auf ei­nem Schiff ver­brannt wur­den, weil sie sich dem Be­fehl des Kai­sers wi­der­setzt hat­ten.)

Auch Atha­na­si­us wur­de nun zum fünf­ten Mal aus sei­ner Bi­schofs­stadt in Ale­xand­ri­en ver­bannt. Weil der Kai­ser ei­ne Em­pö­rung in Ale­xan-d­ri­en fürch­te­te, durf­te Atha­na­si­us nach vier Mo­na­ten wie­der zu­rück­keh­ren. Va­lens wur­de je­doch nicht nur in Ale­xand­ri­en, son­dern auch in Kap­pa­do­kien in sei­ne Schran­ken ver­wie­sen.

Va­lens gab auf…

Als Va­lens mein­te, ein­mal selbst in die­ser Ge­gend Ord­nung schaf­fen zu müs­sen, kam er zu Epi­pha­nie 372 nach Cä­sa­rea, als Ba­si­li­us dort schon Bi­schof war. Er be­such­te die Eu­cha­ris­tie und war so an­ge­tan, dass er es auf­gab, hier et­was zu än­dern, und Ba­si­li­us mit Län­de­rei­en be­schenk­te, die die­ser für den Bau ei­nes Wai­sen­hau­ses und ei­nes Spi­tals ver­wen­de­te.

Als der Prä­fekt Mo­des­tus Ba­si­li­us ein­mal auf die Sei­te des Kai­sers ­zie­hen woll­te und über die Ant­wor­ten des Bi­schofs er­staunt war, ant­wor­te­te die­ser auf die Be­mer­kung des Prä­fek­ten, noch nie ha­be er so frei­mü­ti­ge Ant­wor­ten be­kom­men: „Viel­leicht hast du noch nie mit ei­nem Bi­schof zu tun ge­habt.“

Ba­si­li­us, sein Bru­der Gre­gor und sein Freund Gre­gor von Na­zi­anz gel­ten als die drei gro­ßen Kap­pa­do­kier, die es aber ver­die­nen, ge­son­dert be­trach­tet zu wer­den.

 

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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