Gerecht leben - Fleisch fasten: Fastenserie 2013 | Teil 04
Anständig essen! Wie viel Fleisch darf sein?

Wenn Fleisch in außerordentlich großen Mengen konsumiert wird, braucht es 
auch Produk-tionsweisen im großen Stil. Eine Heraus-
forderung für artgerechte Tierhaltung.
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auch Produk-tionsweisen im großen Stil. Eine Heraus-
forderung für artgerechte Tierhaltung.
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Fleischfasten ist nicht mit Vegetarismus zu verwechseln. Aber natürlich hat das eine auch viel mit dem anderen zu tun. Schon in der griechischen Antike haben Denker wie Pythagoras eine vegetarische Lebensform propagiert. Für ihn war alles Lebende beseelt und zugleich miteinander verbunden. Auch Leonardo da Vinci und Albert Einstein verzichteten auf Fleisch.[/p]

Faktisch alle Religionen kennen Fastenregeln und Fleischtabus. Moslems und Juden essen kein Schweinefleisch, Hindus keine Rinder. Im Christentum waren es vor allem die frühen Ordens- und Erneuerungsbewegungen, die partiell oder gänzlich auf Fleisch verzichteten. Benedikt von Nursia sei stellvertretend genannt. Hier war das Motiv vor allem der Gedanke der Askese, der die Menschen vor einem Leben grenzenloser Begierden bewahren sollte. Die Tradition der vorweihnachtlichen und vorösterlichen Fastenzeit wiederum will die Gläubigen auf die Hochfeste der Ankunft und der Auferstehung Christi vorbereiten. Der bewusste Verzicht schafft erst die Voraussetzung, dieses unüberbietbare Geschenk Gottes, Jesus Christus, in seinem Kommen und in seiner Erlösungstat zu erfahren.

Vergleichsweise jung dagegen ist ein ökologisch motiviertes Verzichten auf Fleisch. Thomas Tryon, ein englischer Autor in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, hat als einer der ersten Vegetarismus als Verpflichtung gegenüber der Schöpfung gefordert. In bemerkenswerter Weitsicht hat er vor einer Verschmutzung der Gewässer und dem Abholzen von Wäldern als Folge übermäßiger Fleischproduktion gewarnt.

Zusammengefasst greift Fleischfasten 2013 auf alle drei geistigen Wurzeln zurück: Askese als temporärer oder durchgehender Fleischverzicht im Hinblick auf ein spirituell bewusstes Leben; Ethik als gänzlich vegetarischer Lebensstil im Sinne einer Anerkennung der Lebensrechte von Tieren; Ökologie als Notwendigkeit, den Fleischkonsum zumindest signifikant zu reduzieren, um die natürlichen Lebensgrundlagen für alle zu sichern!

Fleisch, das hierzulande in außerordentlich großen Mengen konsumiert wird, braucht auch Produktionsweisen im großen Stil. Und es ist eben vor allem das Wort „Massentierhaltung“, das nun schon seit Jahren die Gemüter erhitzt. Bleiben wir bei den Fakten: Zum einen sind die österreichischen Produktionsstätten, insbesondere auch die steirischen, im internationalen Vergleich eher klein dimensioniert, zum anderen aber zeigen Dokumentationen, dass auch in vielen „kleinen“ Betrieben Handlungsbedarf besteht. Dass das österreichische Tierschutzgesetz hier Standards definiert, die den Produzenten zusätzliche Kosten aufbürden, aber zugleich vielen Konsumenten nicht weit genug gehen, liegt in der Natur der Sache. Doch wer täglich und noch dazu billiges Fleisch haben will, darf sich über die Existenz von Tierfabriken nicht beschweren.

Hans Putzer

Hören Sie dazu auch den Beitrag auf sonntagsblatt.tv

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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