Seelsorgeräume vorgestellt: SR Graz-Südwest
Achtsam Kirche sein
- Das hauptamtliche Team des SR Graz-Südwest hält den Rahmen, die Ehrenamtlichen helfen dabei, das Bild zu gestalten. Im Pastoralplan hat man sich folgende Schwerpunkte gesetzt: Diakonie, Liturgie, Innovation, Jugend, Zugezogene, Kommunikation und Ehrenamtsentwicklung.
- Foto: Ausflug Skulpturenpark/Fritzl
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Der Seelsorgeraum Graz-Südwest beherbergt und lebt Vielfalt.
Ihren SR-Raum aus der Luft betrachtet: Was sticht sofort ins Auge?
Pfarrer Friedrich Weingartmann, SR-Leiter: Der Seelsorgeraum Graz-Südwest zeichnet sich durch geographische, strukturelle und historische Vielfalt aus. Er reicht vom Grazer Flughafen bis zur bewaldeten Hügelkette im Westen von Graz mit der Florianikirche, dem Schloss St. Martin, der Bergkirche St. Johann und Paul und der Allerheiligenkirche. Die sehr bunte Sozialstruktur in der dicht bebauten Großstadt und in den ländlich geprägten Dörfern ist kaum zu übertreffen. Der historische Bogen im Seelsorgeraum verbindet die Jahrhunderte alten Pfarren Straßgang und Feldkirchen, die Pfarren Hl. Schutzengel und Hl. Johannes Bosco aus den 1930iger Jahren und die „jungen“ Pfarren Christkönig, Puntigam, St. Johannes und St. Elisabeth aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Geschichte spiegelt sich auch in der Architektur der acht Pfarrkirchen und -zentren wider. Im Südwesten von Graz erleben wir zurzeit einen starken Zuzug, darunter viele Menschen mit Migrationshintergrund, was uns in der Seelsorge besonders herausfordert.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte in eurem Seelsorgeraum
und wie war der Weg dorthin?
Pfarrer Friedrich Weingartmann, SR-Leiter: Der Auftrag der Kirche gründet in Jesus Christus, der uns in seinem Wort, in den Sakramenten, in den Menschen, die er sendet, und in den Armen entgegenkommt. Daraus erwachsen die Grundvollzüge kirchlichen Lebens in Verkündigung, Liturgie, Caritas und Gemeinschaft. Diese gilt es in den Pfarren immer neu zu entfalten, wobei wir die Lebensrealitäten der Menschen ernstnehmen. Die Vielfalt kirchlichen Lebens in den Pfarren ist für den Seelsorgeraum Bereicherung und Herausforderung zugleich. Das zunehmend säkulare und plurale Umfeld, die verschiedenen Konfessionen und die Präsenz anderer Religionen verlangen eine neue Qualität des Zugehens auf die Menschen. Pfarrliches Leben soll gestärkt und Synergien im Seelsorgeraum gefördert und genützt werden. Wir wollen vom Geist Gottes geleitet aufeinander hören und voneinander lernen. Auf diesem gemeinsamen Weg sollen vor allem die Ehrenamtlichen unterstützt, gefördert und begleitet werden.
Wie war der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung?
Elisabeth Fritzl, HBP: Gefühlt befinden wir uns noch mitten im Prozess. Nach dem Start im Jahr 2019 kam es immer wieder zu personellen Veränderungen und Umbrüchen. Thomas Weinhappl ist als HBV bislang die einzige Konstante.
Einen neuen Aufbruch gab es 2023, als Friedrich Weingartmann die Leitung des Seelsorgeraums übernommen hat. In den Jahren 2024 bis 2025 arbeitete eine zweite Steuerungsgruppe gemeinsam mit verschiedenen Arbeitskreisen an der Vorbereitung des Pastoralplans, der voraussichtlich noch vor dem Sommer genehmigt werden wird.
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen entwickeln wir den Seelsorgeraum bewusst in kleinen Schritten weiter. Unsere acht Pfarren sind sehr unterschiedlich geprägt, und der Mehrwert der neuen Struktur erschließt sich vielen noch nicht. Entsprechend groß sind die Vorbehalte.
Zudem gibt es neben konkreten Herausforderungen – allen voran das geplante Begegnungszentrum Don Bosco – auch emotionale Spannungsfelder. Gleichzeitig befindet sich das kirchliche Leben vor Ort im Wandel, was für manche Menschen mit Unsicherheiten verbunden ist und nicht immer leicht anzunehmen ist.
Gibt es Pfarrgrenzen-überschreitende Angebote?
Elisabeth Fritzl, HBP: Es gibt bereits einige vielversprechende Ansätze: So feiern heuer bereits zum vierten Mal vier Pfarren gemeinsam das Fronleichnamsfest beim Pflegewohnheim Peter Rosegger, wobei die Hauptverantwortung jährlich wechselt. Damit greifen wir bewusst die Frage auf, wohin Jesus heute gehen würde. Zum dritten Mal feiern wir heuer in den Sommerferien die ökumenische „Sommer.Kirche“ – freies Gebet unter freiem Himmel auf Johann und Paul. Die Gottesdienste werden gemeinsam von evangelischen und katholischen ChristInnen unseres Seelsorgeraums gestaltet. Darüber hinaus gibt es zahlreiche pfarrliche Initiativen, die über die jeweiligen Pfarrgrenzen hinaus wahrgenommen werden, etwa Konzerte, Frauenfrühstück, die „Chorwürmer“ (Kinderchor unter der Leitung von Theresa Ansperger), Besuche von FirmkandidatInnen in Moscheen, Outdoorgottesdienste oder gemeinsames Pilgern. Seit 2025 erscheint zudem ein gemeinsames Pfarrblatt von vier der acht Pfarren. Auch in der Firmvorbereitung bestehen Kooperationen zwischen einzelnen Pfarren. Seit November unterstützt uns außerdem Sonja Monitzer als Engagementförderin/Freiwilligenmangerin in der Weiterentwicklung der ehrenamtlichen Arbeit.
Was sind die größten Herausforderungen in der Verwaltung im SR?
Thomas Weinhappl, HBV: Eine der größten Herausforderungen sind und werden auch in Zukunft die Gebäude in unserem Seelsorgeraum sein. Die Größe und auch der Zustand der Räumlichkeiten passen nicht mehr zum Pfarrleben aus heutiger Sicht. Wie können wir einladende, funktionale und auch wirtschaftlich tragfähige Orte für die Menschen sein, die in welchem Bereich der Kirche vor Ort eine Hilfe, Unterstützung oder einfach nur ein „Da sein“ benötigen?
Wo ist Neues entstanden oder gerade im Entstehen?
Thomas Weinhappl, HBV: Hier ist die Pfarre Graz-Don Bosco ein gutes Beispiel wo Neues entstehen kann. Nach einem Grundsatzbeschluss des Wirtschaftsrates unter Einbindung auch der pfarrlichen Gremien wird es zu einer Neuausrichtung was den Gebäudekomplex (ca. 3800m² Nutzfläche) betrifft kommen. In Kooperation mit der Diözese Graz-Seckau und externen PartnerInnen wird eine Nutzungsstrategie entwickelt die in der inhaltlichen und wirtschaftlichen Ausrichtung zukunftsfähig ist.
Dem Leben Tiefe geben
Rituale eröffnen Räume, in denen wir die Erfahrung von Verbundenheit tief erleben können: mit uns selbst, mit anderen, mit der Natur oder mit Gott. Sieben ausgebildete RitualbegleiterInnen im Seelsorgeraum stellen ihre Begabung und Kompetenz zur Verfügung: sei es beim Pilgern, in Wort-Gottes-Feiern, in gemeinsamen Ritualen im Lauf des Jahreskreises oder auch in persönlich gestalteten Feiern, z. B. an Lebensübergängen (Geburt, schwere Krankheitsdiagnosen, Hochzeit, Trennung, Abschied) oder zu bestimmten Themen (runder Geburtstag, Wohnungswechsel, Jubiläum). Das, worum es geht, findet vor allem in symbolischen Handlungen und Zeichen seinen Ausdruck und wird mit allem, was dazugehört, gewürdigt, gesehen und gefeiert.
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Im Blickpunkt
- Das Führungsteam des SR Graz-Südwest besteht aus (v. l.) Pfarrer Friedrich Weingartmann als SR-Leiter, Elisabeth Fritzl als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral und Thomas Weinhappl als Handlungsbevollmächtigter für Verwaltung. (Dahinter: Ausblick auf Graz von der Pfarrkirche Graz-Straßgang).
- Foto: privat
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- Startfest. Am 12. Oktober 2025 wurde in Graz-Puntigam mit Bischof Wilhelm Krautwaschl ein Gottesdienst zum SR-Startfest gefeiert, musikalisch gestaltet von einem SR-Spontanchor unter der Leitung von Suyoung Ham. „Lieben Sie bitte die Pfarre Ihres Nächsten, die Kirche Ihrer Nächsten wie Ihre eigene!“, bat der Bischof.
- Foto: I. Velchev
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- Gemeinsam. BewohnerInnen des Pflegewohnheims Peter Rosegger freuen sich über die gemeinsame Fronleichnamsfeier der Pfarren Graz-Don Bosco, Graz-Christkönig, Graz-St. Elisabeth und Graz-Hl. Schutzengel – musikalisch wunderbar gestaltet vom Jugendblasorchester Don Bosco.
- Foto: M. Schluder
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- Sommer.Kirche. Die evang. Gemeinde Christuskirche in Eggenberg und kath. ChristInnen aus dem SR Graz-Südwest laden jeden Sonntag in den Sommerferien zu „freiem Gebet unter freiem Himmel“ bei der Kirche St. Johann und Paul am Buchkogel ein. Viele positive Rückmeldungen motivieren zum Weitermachen.
- Foto: A. Lang
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Zahlen und Fakten
SR Graz-Südwest
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Diese acht Pfarren gehören zum SR
Graz-Südwest: Graz-Straßgang, Feldkirchen, Graz-Christkönig, Graz-Hl. Johannes Bosco, Graz-Hl. Schutzengel, Graz-Puntigam, Graz-St. Elisabeth in Webling, Graz-St. Johannes. Außerdem gibt es Krankenhausseelsorge am LKH Graz II Standort Süd.
Kontakt:
SL Pfarrer Friedrich Weingartmann
0676/8742 6061
friedrich.weingartmann@
graz-seckau.at
HBP Elisabeth Fritzl
0676/8742 6604
elisabeth.fritzl@graz-seckau.at
HBV Thomas Weinhappl
0676/8742 2660
thomas.weinhappl@graz-seckau.at
Weiters im Seelsorgeteam:
P. Stephen Gerald Augustine, Vikar;
Elfriede Demml, Pastoralreferentin; Werner Figo, Diakon; Bernhard Körner, Vikar; Barbara Kriechbaum, Pastoralreferentin; Sonja Monitzer, Fachreferentin für Engagementförderung; P. Francis Mwovi, Kaplan; Edmund Muhrer, Pfarrer; Wolfgang Schwarz, Pfarrer; Franz Wallner, Pastoralreferent.
Im Pfarrverwaltungsteam:
Marianne Büchsenmeister, Franz Holler, Ulrike Klammer, Evelyn Krois, Evelyn Posch, Margret Schinnerl, Sigrid Sudi, Doris Wilding.
▶ graz-suedwest.graz-seckau.at
Das Logo – entworfen von Mateja Pejic – spiegelt die sieben Schwerpunkte des Pastoralplans wider. Die Pflanze symbolisiert den SR als lebendigen, wachsenden Raum: verwurzelt in der Beziehung zum dreifaltigen Gott und in der Gemeinschaft untereinander, offen für Neues und in Entwicklung.
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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