Heiliges Land - Reisebericht
Eine vierfärbige Pilgerreise

En Gedi in der judäischen Wüste ist ein Naturreservat mit reizvollen Wasserfällen.Alle vier Gruppen luden zur Wanderung zur Davidsquelle ein, so auch die durch weiße Hüte gekennzeichnete Gruppe B mit vielen Pilgerinnen und Pilgern aus dem Seelsorgeraum Graz Süd-Ost.
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  • En Gedi in der judäischen Wüste ist ein Naturreservat mit reizvollen Wasserfällen.Alle vier Gruppen luden zur Wanderung zur Davidsquelle ein, so auch die durch weiße Hüte gekennzeichnete Gruppe B mit vielen Pilgerinnen und Pilgern aus dem Seelsorgeraum Graz Süd-Ost.
  • Foto: Ulz
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Im Heiligen Land erlebten 185 steirische Pilgerinnen und Pilger die Orte der Bibel und die Schönheiten und Probleme des Gebietes.

Wo haben Sie Ihre Hüte her?“, fragt mich der Security-Mann bei der Sicherheitskontrolle im Flughafen nahe Tel Aviv. Sogar ihm ist aufgefallen, dass sich zwischen 15. und 23. Februar unter die vielen Heiligen-Land-Pilger solche mit roten, weißen, grünen und blauen Hüten gemischt haben. Sie kennzeichnen die vier Pilgergruppen der vom „Sonntagsblatt“ mit GEO-Reisen veranstalteten Diözesanwallfahrt ins Land Jesu und der Bibel.

Bewusst nehmen wir für die ersten Tage in einem christlichen Hotel in Betlehem Quartier. Der Checkpoint an der Mauer behelligt uns kaum, wohl aber die Menschen vor Ort. Die palästinensische Christin Sumaya Farhat-Naser fordert uns bei einer abendlichen Begegnung auf, ihr Volk aus der Nichtbeachtung herauszuholen. Insgesamt gebe es im Land einschließlich der seit 1967 von Israel besetzten Gebiete etwa gleich viele Palästinenser wie Juden; diese würden jedoch ignoriert. Im Westjordanland brauche man für alles eine Genehmigung der israelischen Armee. Farhat-Naser, Universitätsprofessorin, hat viele Kontakte zwischen palästinensischen und israelischen Frauen geknüpft. Jetzt werde ihnen meist das Zusammenkommen verwehrt. Begegnungen würden Ängste abbauen, mit denen die israelische Politik ihre Maßnahmen begründe.

Optimistischer sieht es Daniela Epstein, der wir die hervorragende Organisation der Reise vor Ort verdanken. Im Alltag habe man sehr gute Kontakte, und der Alltag sei letztlich immer stärker als politische Phrasen. In ihrem Vortrag führt sie uns in jüdisches Leben ein und betont, wie wichtig für Glaubenspraxis und Glaubensweitergabe bei den Juden die Familie ist.

Biblisch jagt ein Highlight das andere. In der Kirche am Garten Getsemane feiern alle Gruppen am Ort, wo Jesus betete, Blut schwitzte und verhaftet wurde, mit Bischof Wilhelm Krautwaschl eine Messe, der sich auch die gleichzeitig pilgernde steirische Jugendgruppe anschließt. Am nächsten Tag feiern wir in Betlehem, wo wir natürlich auch die Grotte zum Gedenken an die Geburt Christi besuchen und die Hirtenfelder, wo der Friede auf Erden verkündet wurde.

Durch die engen Gassen der Jerusalemer Altstadt gehen wir der Via dolorosa nach, dem Kreuzweg, und halten an jeder Station inne. In der Grabeskirche können wir die heiligen Orte der Kreuzigung, des Begräbnisses und der Auferstehung unseres Herrn besuchen und die Auferstehung feiern. Ostern werden wir heuer wohl anders erleben.

Die Holocaust-Bedenkstätte Yad Vashem holt das unsägliche Leid von Millionen ins Bewusstsein, deren Nachkommen in diesem landschaftlich und kulturell so vielfältigen Land leben. Für zwei leidgeprüfte, traumatisierte Völker ist Zusammenleben nicht leicht.

In Galiliäa, wo wir in Jesu Heimatort Nazaret Quartier nehmen, erleben wir hautnah die Landschaft, in der Jesus die Menschen belehrt, geheilt und berufen hat. In der Kirche von Magdala, der Heimat der Jüngerin und Auferstehungsbotin Maria Magdalena, tragen Säulen die Namen biblischer Frauen. Eine namenlose Säule erinnert an die ungenannten Frauen an der Seite Jesu damals und heute. In einem Jesus-Boot fahren wir über den See und hören vom Seesturm, den Jesus stillte. Der richtige Sturm kommt für einen Teil der Gruppe dann beim Anflug auf Wien. Aber Jerusalem-Pilger haben Jesus an Bord. Nicht nur beim Fliegen.

Herbert Meßner

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Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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