Kirche Steiermark
Niemandes Knecht
- Die Keramikwand im Foyer des Campus Augustinum gestaltete 1976 Luis Sammer, zwischen 1964 und 1988 Kunst-Erzieher im Bischöflichen Gymnasium, im Auftrag von Bischof Egon Kapellari. „– brannte nicht unser Herz –“ (1976/2012).
- Foto: Neuhold
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Luis Sammer zum 90. Geburtstag.
Brannte nicht unser Herz –“, „Emmaus“, „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“: Das sind drei Titel von Werken des steirischen Malers Luis Sammer, der am 4. Mai 2026 90 Jahre alt wird. Der erste bezieht sich auf die Eingangswand im Foyer zum Augustinum (oben), der zweite auf eine Serie, die aktuell bei „Gott hat kein Museum“ im KULTUM hängt, der dritte auf die Glasfenster in der Kapelle des Augustinums, die der damals 29-jährige Künstler im Jahr 1965 für die neue Kapelle des Bischöflichen Seminars gestaltet hat. Drei Werke, die die Verbundenheit dieses Künstlers mit christlichen Themen signalisieren.
Dabei lehnte Sammer bemühte Inhaltlichkeit in der Kunst radikal ab: „Reine Inhalte ohne Form sind Schmalz“, pflegte er zu seinen vielen Schülern, von denen einige Künstler wurden, zu sagen. Er arbeitete sich jahrzehntelang an der Form ab, mit abstrakter, immer wieder tachistischer Farbgestaltung. Früh malte er ein Bild zur Schöpfung, das in der Ära von Bischof Johann Weber in der bischöflichen Hauskapelle im Grazer Ordinariat das Altarbild war.
- Der steirische Künstler Alois „Luis“ Sammer wird am 4. Mai 90 Jahre alt.
- Foto: Karl Haidacher
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Viele seiner unzähligen Blätter hat er auf Reisen gemalt, vornehmlich im Süden: in Istrien, auf Kreta, in Israel oder in der Wüste Sinai. Dort schrie er mit Josef Fink in die Wüste hinein: „Wir sind niemandes Knecht!“ Sammer war eigenwillig und eigenständig und war damit auch eine moralische Autorität für seine Schüler am Bischöflichen Gymnasium. Bis in die späten 1990er Jahre war er in der diözesanen Kunstkommission tätig und ermöglichte herausragende Altargestaltungen (wie jene von Karl Prantl für die Leechkirche).
Er wurde mit dem „Würdigungspreis des Landes Steiermark“ ausgezeichnet, war aber dann doch nicht Teil des späteren Kunstbetriebs dieses Landes: Es gilt, diesen Meister der Abstraktion und der Form wieder neu zu entdecken. Auf Schloss Seggau ist seit mehr als zehn Jahren eine Auswahl seiner Bilder zu sehen, die er 2015 der Sammlung des KULTUM schenkte. Die steirische Kirche verdankt Luis Sammer viel.
Johannes Rauchenberger
Leiter des KULTUM – Zentrum für
Gegenwart, Kunst und Religion in Graz
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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