Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Wachsen und Reifen
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Leben bedeutet Veränderung. Es steht nie still und es kann sich nur vorwärts bewegen. Wir können nicht zu einer früheren Version unseres Seins zurückkehren. Wir können wachsen und reifen, müssen uns aber auch mit der Vergänglichkeit und Gebrechlichkeit unserer irdischen Existenz anfreunden. Viele betreiben erheblichen Aufwand, um den Ist-Zustand zu konservieren.
Gleiches gilt für das kirchliche Leben, die Gestaltung von Gemeinschaft und die Strukturen der Seelsorge. Es bleibt nicht, wie es war. Wir sind da merkwürdig schizophren: Die meisten wünschen sich ja eine Kirche, die sich ändert, die auf die Lebensweise und die Bedürfnisse der Menschen in der Welt von heute adäquat antwortet. Zugleich tun wir uns schwer, Gewohntes loszulassen, und jede strukturelle Anpassung begleitet ein Aufschrei der Empörung.
Diesem SONNTAGSBLATT liegt eine aktuelle Übersicht über Personen und Strukturen der Seelsorge in unserer Diözese bei. Es ist bloß eine Momentaufnahme. Deutlich erkennbar ist dabei das Miteinander unterschiedlicher Dienste und Berufungen – Priester und Laien, Männer und Frauen. Wir sind unterwegs zu einer synodaleren, geschwisterlicheren Kirche. Sehen wir darin ein Wachsen und Reifen oder lediglich einen strukturellen Rückbau?
Alfred Jokesch, Geistlicher Assistent
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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