Kirche Steiermark
Der Friedhof blüht auf

Österreich zählt über 30.000 Tierarten – am Grazer Zentralfriedhof bekommen einige davon durch das Anlegen von Wildblumenwiesen auf Freiflächen mehr Raum zum Leben.	 | Foto: Das Foto ist KI‑generiert mit Google Gemini und dient als Symbolbild
2Bilder
  • Österreich zählt über 30.000 Tierarten – am Grazer Zentralfriedhof bekommen einige davon durch das Anlegen von Wildblumenwiesen auf Freiflächen mehr Raum zum Leben.
  • Foto: Das Foto ist KI‑generiert mit Google Gemini und dient als Symbolbild
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Am Zentralfriedhof Graz entstanden neue Wildblumenwiesen. Die Diözese Graz-Seckau und der Verein Blühen & Summen schaffen Lebensraum für Wildbienen und Schmetterlinge.

Ein reges Treiben herrscht seit Juni 2026 am Zentralfriedhof in Graz. Zwischen den Grabsteinen und Urnenwänden finden auf heimischen Wildblumenwiesen Wildbienen, Schmetterlinge und andere Wiesenbewohner einen neuen, dringend benötigten Lebensraum.

Aufblühen. Heimische Wiesen voller bunter Blumen, Kräuter und Gräser sind selten geworden. Zu intensive Nutzung, Bodenverbrauch und häufiges Mähen lassen kaum Raum für Blühpflanzen. Am Grazer Zentralfriedhof hat man sich deshalb für einen neuen Weg entschieden: Aus früheren Rasenflächen sind Blumenwiesen entstanden – 700 m² und zwei zusätzliche Streifen beim Kirchengebäude. Eine zertifizierte Saatgutmischung lässt Margeriten, Witwenblumen, Lichtnelken, Wiesensalbei, Schafgarbe und viele weitere wertvolle Pflanzen wachsen. Gepflegt werden die Flächen künftig vom Verein Blühen & Summen, der sich für den Schutz heimischer Artenvielfalt einsetzt – mit Balkenmäher und Sense. Die neuen Wiesen sind Teil der steiermarkweiten Aktion Wildblumen, einer konkreten Maßnahme innerhalb der Initiative Blühen & Summen. Denn intakte Wiesen gehören zu den artenreichsten Ökosystemen: Sie bieten Nahrung, Nistmöglichkeiten und Schutz für eine Vielzahl von Wiesenbewohner.

Naturschutz mit Tiefgang. Gestützt auf die Enzyklika „Laudato si’“ von Papst Franziskus möchte das Projekt nicht nur die biologische Vielfalt fördern, sondern auch Schöpfungsverantwortung leben. Stadtpfarrpropst und Dompfarrer Ewald Pristavec erzählt mit Freude davon: „Friedhöfe sind keine Parks, aber ein schöner Ort, an dem sich immer mehr Menschen auch abseits des Totengedenkens aufhalten. Am Zentralfriedhof haben wir freie Flächen für Wildblumenwiesen, und angesichts unserer Schöpfungsverantwortung macht es Sinn, solche Projekte umzusetzen.“

Eva Heidlmair, Umweltbeauftragte der Diözese Graz-Seckau, Stadtpfarrpropst Ewald Pristavec sowie Christine Podlipnig und Michael Kreuhsler vom Verein Blühen & Summen im Juni, beim Anlegen der Wildblumenwiesen.  | Foto: Kl.Z./Saria
  • Eva Heidlmair, Umweltbeauftragte der Diözese Graz-Seckau, Stadtpfarrpropst Ewald Pristavec sowie Christine Podlipnig und Michael Kreuhsler vom Verein Blühen & Summen im Juni, beim Anlegen der Wildblumenwiesen.
  • Foto: Kl.Z./Saria
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Auch Eva Heidlmair, Umweltbeauftragte der Diözese, sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt. Für sie bedeutet Schöpfungsverantwortung nicht nur, achtsam mit Ressourcen umzugehen, sondern auch Lebensräume für unsere Mitgeschöpfe zu erhalten – für jene Tiere und Pflanzen, die oft übersehen werden und doch Teil derselben Schöpfung sind. Gemeinsam mit der Friedhofsverwaltung entsteht so ein Ort, an dem Natur wieder Raum bekommt und Menschen erleben können, wie aus Verantwortung Freude wächst.

Für Mensch und Tier. Dass die neuen Wiesen nicht nur Insekten zugutekommen, sondern auch Menschen berühren, zeigt sich bereits jetzt. „Wenn sich Schmetterlinge oder Heuschrecken in bunten Wiesen tummeln, steigt auch die Bewusstseinsbildung“, sagt Christine Podlipnig, Projektleiterin der Aktion Wildblumen und auch Gründerin des Vereins Blühen & Summen. BesucherInnen bleiben stehen, beobachten, was sich zwischen den Gräsern abspielt – und setzen sich so stärker mit der Natur auseinander. Der Zentralfriedhof, mit seinen Mauern, Nischen und weiten Grünflächen, bietet dafür ideale Voraussetzungen. Ein Ort des Gedenkens wird so auch zu einem Ort des Lebens. Es lebe der Zentralfriedhof!

Maria Wilbrink

Österreich zählt über 30.000 Tierarten – am Grazer Zentralfriedhof bekommen einige davon durch das Anlegen von Wildblumenwiesen auf Freiflächen mehr Raum zum Leben.	 | Foto: Das Foto ist KI‑generiert mit Google Gemini und dient als Symbolbild
Eva Heidlmair, Umweltbeauftragte der Diözese Graz-Seckau, Stadtpfarrpropst Ewald Pristavec sowie Christine Podlipnig und Michael Kreuhsler vom Verein Blühen & Summen im Juni, beim Anlegen der Wildblumenwiesen.  | Foto: Kl.Z./Saria
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ