Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Vertrauensgrundsatz
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Damit wir uns sicher im Straßenverkehr bewegen können, müssen sich alle VerkehrsteilnehmerInnen an die Regeln halten. Das Miteinander auf der Straße funktioniert nur, wenn wir uns darauf verlassen können, dass beispielsweise jemand, der blinkt, auch wirklich abbiegt.
Im Straßenverkehr, der von Regeln bestimmt ist, braucht es also Vertrauen. Dafür gibt es – man mag es amüsant finden – eine eigene Regel: Der dritte Paragraph der Straßenverkehrsordnung ist der sogenannte Vertrauensgrundsatz. Er bindet uns daran, so zu handeln, dass andere sich auf uns verlassen können. Zum eigenen Schutz und/oder zur allgemeinen Sicherheit müssen Personen (manchmal vorübergehend) von diesem Grundsatz ausgenommen werden können.
Dies kam mir in den Sinn, als ich mit Überraschung und einem Gutteil Bestürzung Video-Ausschnitte sah vom Treffen zwischen dem amerikanischen und dem ukrainischen Präsidenten Ende Februar: Ein Bruch mit den allgemeingültigen Regeln im menschlichen Miteinander vor laufenden Kameras, und gefühlt die ganze Welt sah zu. Ist es „nur“ schlechtes, respektloses Benehmen oder eine perfide politische Strategie? Was auch immer die Hintergründe sein mögen – ein Vertrauensgrundsatz ist gebrochen, und das ist nicht schönzureden.
Katharina Grager, Redaktionsleiterin
katharina.grager@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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