Offen gesagt - Metropolit Borys Gudziak
Kirche im Rucksack
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Der Krieg in der Ukraine hat sich wieder intensiviert – was kann Kirche tun?
Die Bischöfe können in gewissem Sinn nicht viel tun. Aber in Wirklichkeit können sie sehr viel tun. Sie bleiben bei den Menschen. Nichts ist wichtiger, wenn man leidet, als Solidarität zu erfahren. Seit Beginn der russischen Invasion 2022 haben fast 14 Millionen UkrainerInnen ihr Zuhause verloren. Viele sind ins Ausland geflohen, viele andere im Land selbst auf der Flucht.
Die Kirche vor Ort unterstützt die Menschen nicht nur geistlich, sondern auch materiell und psychologisch. Jeder kennt jemanden, der getötet wurde, jeder kennt einen Flüchtling. Es ist eine universelle Erfahrung. Die SeelsorgerInnen leisten auch psychologische Hilfe. Priester werden darin geschult, posttraumatische Belastungsstörungen zu erkennen. In den kommenden Jahren könnten über zehn Millionen Menschen betroffen sein. Ein großes Anliegen sind die Kinder. Viele haben ganze Schuljahre verloren.
Nicht nur in der Ukraine, auch im Ausland ist die Kirche gefordert die Geflüchteten zu erreichen. Nur wenige der Neuankömmlinge haben regelmäßig Kontakt mit der Kirche. Unsere Strukturen stoßen an ihre Grenzen. Es braucht neue Formen kirchlicher Präsenz – auch jenseits von Gebäuden und Pfarreien. Wir müssen Kirche im Rucksack sein. Mobil, flexibel, da, wo die Menschen sind, auch ohne Gebäude.
Metropolit Borys Gudziak ist griechisch-katholischer Erzbischof von Philadelphia und sprach mit Vatican News über den Krieg in der Ukraine.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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