Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Kaffee zum Bleiben
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Ob maschinell gebrüht, im Metallkännchen gekocht oder vom Automaten aufgeschäumt mit Milch: Ich liebe Kaffee und brauche ihn für einen guten Start in den Tag. Auf der Liste meiner „Fastenspeisen“ findet er sich nicht, und zu meinem großen Glück hat meine Hausärztin Kaffeegenuss erlaubt. Mein derzeitiger Verzicht beschränkt sich lediglich auf das Kaffeetrinken im Gehen und den buchstäblichen „Coffee to go“. Von einer US-amerikanischen Fastfood-Kette eingeführt, startete der „Kaffee zum Mitnehmen“ in den 1980ern seinen Siegeszug. Nicht immer günstig, aber praktisch, weil die leergetrunkenen Pappbecher nicht abgewaschen werden müssen. Dass dieser kleine Luxus allein in Österreich geschätzt 30.000 Wegwerfbecher pro Stunde produziert, ist schlimm. Dass in Deutschland 2,8 Milliarden Papierbecher pro Jahr durch Mitnehmen eines Behältnisses vermeidbar wären, tragisch. Und dass nicht mehr Menschen Kaffee beim Zusammensitzen und Plaudern in soliden Tassen genießen wollen, kaum nachvollziehbar. Denn in Gesellschaft getrunkener Kaffee kann so viel mehr als aufputschen: Wiedersehen verschönert er, Tage strukturiert er und Tonnen von Müll kann er vermeiden, der Kaffee, den man allein oder mit anderen aus einer „guten“ Tasse genießt.
Anna Maria Steiner, Redakteurin
anna.steiner@graz-seckau.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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