Aus meiner Sicht - Heinz Finster, Geschäftsführer
Der rote Teppich und das Erinnern
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Manchmal genügt ein Blick in den Kalender, und schon ziehen Erlebnis-Bilder durch den Kopf – von Menschen, Tieren, Landschaften und Momenten, die uns geblieben sind. Manche dieser Bilder sind zart wie Morgentau, andere tragen das Gewicht schweren Lebens. Wir halten sie fest und widmen ihnen Gedenk- und Jahrestage.
Solche Tage schützen das Vergangene vor dem Verschwinden und geben dem Kommenden eine Richtung. In dieser Woche erinnert der „Tag der Russlanddeutschen“ an großes Leid.
Am 28. August 1941 trat der Stalin-Erlass „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“ in Kraft, in dessen Folge rund 900.000 Russlanddeutsche von der Wolga, aus der östlichen Ukraine, dem Kaukasus nach Sibirien und Zentralasien deportiert wurden.
Fast gleichzeitig erreicht uns das Bild der Anführer der beiden größten Atommächte, die sich in Alaska auf einem roten Teppich treffen, um über Spielregeln für russische Gebietsansprüche in der Ukraine zu feilschen.
Gut, dass Tage wie der „Tag der Russlanddeutschen“ die unmenschlichen Abgründe gebietlicher Neuordnungen „von oben“ wachhalten. Mögen sie ein Kompass sein, um aus Verstrickungen herauszufinden.
Heinz Finster, Geschäftsführer
heinz.finster@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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