Kirche Österreich
Zwischen Kanzel und Krise

Wer unverschuldet in Not gerät, muss auf die Hilfe der Allgemeinheit vertrauen können“, appellierten die Bischöfe an die neue Regierung. Im Bild: Gottesdienst bei der Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in der Basilika Pannonhalma am 17. März. | Foto: Kathpress/Paul Wuthe
  • Wer unverschuldet in Not gerät, muss auf die Hilfe der Allgemeinheit vertrauen können“, appellierten die Bischöfe an die neue Regierung. Im Bild: Gottesdienst bei der Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in der Basilika Pannonhalma am 17. März.
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Österreichs Bischofskonferenz tagte in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma.

Die Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz fand von 17. bis 20. März in der Benediktinerabtei Pannonhalma in Ungarn statt – ein symbolträchtiger Ort, um die Beziehungen zu den Nachbarländern zu vertiefen. Bereits zu Beginn der Tagung trafen sich die Bischöfe mit dem ungarischen Bischof András Veres in Györ. Zwei neue Gesichter nahmen an der Versammlung teil: der steirische Weihbischof Johannes Freitag und der Wiener Apostolische Administrator Josef Grünwidl.

Ruf nach Frieden
Auch innerhalb Österreichs seien die Bischöfe bereit zur Zusammenarbeit mit der neuen Regierung, wobei sie betonten, dass die Budgetkonsolidierung nicht zulasten der Schwächsten gehen dürfe. Besonders kinderreiche Familien und Alleinerziehende benötigten Unterstützung. Erzbischof Lackner plädierte für eine gerechte Lastenverteilung: „Starken Schultern können auch schwere Lasten zugemutet werden.“
Die Bischöfe beschäftigten sich auch mit der politischen Lage und wachsenden Aufrüstung. Lackner zeigte Verständnis für die Verteidigungsmaßnahmen der EU, machte aber deutlich: „Waffen alleine werden den Frieden nicht sichern.“ Er rief zu verstärkten diplomatischen Bemühungen auf, wie auch Papst Franziskus – aus dem Krankenbett – in einem persönlichem Schreiben.

Synodaler Prozess in Österreich
Die österreichischen Bischöfe bekräftigten ihr Engagement für den Synodalen Prozess und die Umsetzung des weltweiten Synodendokuments, das Papst Franziskus nach der letzten Bischofssynode im Oktober 2024 freigegeben hatte. Die Umsetzung wird in den kommenden Jahren auf verschiedenen Ebenen des kirchlichen Lebens erfolgen und 2028 in einer „Kirchlichen Versammlung“ im Vatikan gipfeln. Die Bischöfe begrüßten die vom Papst vorgegebenen Eckpunkte zur Umsetzung und zeigten sich gespannt auf ein weiteres vatikanisches Dokument, das im Mai erwartet wird und zusätzliche Konkretisierungen liefern soll. Obwohl derzeit keine nationale synodale Kirchenversammlung geplant sei, betonte Erzbischof Lackner, dass der Prozess – ähnlich einem Hausbau – Schritt für Schritt voranschreitet: „Das Dach kommt zuletzt.“ Für die Zukunft schloss er eine solche Versammlung jedoch nicht aus.

Neuer Medienbischof
Durch die Emeritierung von Kardinal Christoph Schönborn kam es zu einer Neuverteilung der Zuständigkeiten in der Bischofskonferenz. Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl wurde zum neuen Verantwortlichen für Medien ernannt und fungiert nun als Präsident und Herausgeber der Kathpress sowie als Protektor der Katholischen Medienakademie.

Quelle: Kathpress

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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