Kirche Steiermark
Worauf es ankommt
- Zeugnisverleihung am 15. Juni im Grazer Minoritensaal: Im Bild die AbsolventInnen des Interprofessionellen Palliativ-Basislehrganges, der sich u. a. an Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende der Gesundheits- und Krankenpflege, SeelsorgerInnen, PsychologInnen und ehrenamtlich Tätige richtet.
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20 Jahre Palliativ-Ausbildung. Bei der Feier in Graz stand die Menschenwürde im Mittelpunkt.
Ich liebe Palliativmedizin und halte diese Arbeit für zutiefst sinnvoll. Weil es so wertvoll ist, den Betroffenen und den Helfenden in schwierigsten Herausforderungen zur Seite zu stehen.“ Mit emotionalen Worten beschreibt Julijana Verebes den Wert einer umfassenden Betreuung von Menschen mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankungen. Als ärztliche Leiterin des Palliativlehrganges feierte sie am 15. Juni sein 20-jähriges Bestehen in Graz mit.
Interprofessioneller Palliativ-Basislehrgang: Hinter diesem Titel verbirgt sich eine Erfolgsbilanz, die fortgeschrieben wird. Mehr als 600 AbsolventInnen haben in den vergangenen 20 Jahren in der Steiermark den Palliativ-Basislehrgang abgeschlossen, der darauf vorbereitet, Menschen mit schweren Erkrankungen und Sterbende sowie deren Angehörige in schwierigen Zeiten zu begleiten.
Der Mensch steht im Mittelpunkt, und mit ihm seine Würde – „bis zu einem würdigen Ende. Das verbindet die Kirche und den Palliativlehrgang“, sagte Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl im Minoritensaal über den Wert des Lehrgangs, der vom steirischen Katholischen Bildungswerk in Kooperation mit der Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung am LKH-Universitätsklinikum Graz veranstaltet wird.
In den späten 1990er-Jahren wurde in Österreich mit dem Ausbau der Palliativversorgung begonnen. Anfang der 2000er-Jahre folgten politische Initiativen. Aus diesem Kontext entstand der Interprofessionelle Palliativ-Basislehrgang, der sowohl die unantastbare Würde des Menschen als auch das Recht auf Bildung vereint, betonte Martina Platter, Geschäftsführerin des Katholischen Bildungswerks. An der Lehrgangs-Entwicklung waren vor mehr als 20 Jahren der damalige Vorstand der Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung in Graz, Hellmut Samonigg, und der langjährige Grazer Caritasdirektor Franz Küberl beteiligt.
- Hoffnung, Würde, Dankbarkeit, Lebenssinn und Spiritualität“ benannte der Mediziner Gian Domenico Borasio in seinem Festvortrag als Eckpunkte der Palliativbetreuung.
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Was Palliativbegleitung bewirken kann, beschrieb der Festredner im Minoritensaal, Gian Domenico Borasio. Studien belegten, dass eine frühzeitige Palliativpflege weniger Depressionen, höhere Lebensqualität und geringere Kosten verursache sowie weniger aggressive Therapien nötig mache. „Als Nebenwirkung gibt es eine höhere Lebenserwartung“, so der an den Universitäten München und Lausanne tätige Mediziner.
Viel Widerstand gegen die Palliativmedizin gebe es dennoch – weil „wirtschaftliche Interessen dadurch gestört sind“. Mit Menschen am Lebensende würden Milliarden verdient; Palliativmedizin untergrabe dieses Geschäft. Umgekehrt würde bei den Betroffenen „die Lebensqualität ... massiv durch Dankbarkeit und spirituelles Wachstum“ steigen, so der Mitbegründer des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin in München. „Im Angesicht des Todes weiß man, worauf es ankommt.“
Thomas Stanzer
Palliativ-Basislehrgang
Gestartet 2006 von der Caritas, seit 2021 im Katholischen Bildungswerk verankert, umfasst der Lehrgang 30 ECTS-Punkte mit einem Aufwand von ca. 700 Stunden, Praktikum und Projektarbeit.
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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