Religions- und Ethikunterricht
Werte vermitteln

Politik und Religion bekennen sich zum Religionsunterricht und Ethikunterricht. Im Bild mit der gemeinsamen Erklärung von links Bischof Wilhelm Krautwaschl, die Leiterin des Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Erziehung, Andrea Pinz, und Bildungsminister Heinz Faßmann.
  • Politik und Religion bekennen sich zum Religionsunterricht und Ethikunterricht. Im Bild mit der gemeinsamen Erklärung von links Bischof Wilhelm Krautwaschl, die Leiterin des Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Erziehung, Andrea Pinz, und Bildungsminister Heinz Faßmann.
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Gemeinsame Erklärung von Politik und Religionsgemeinschaften.

Ab Herbst 2021 gibt es für jene Schülerinnen und Schüler ab der 9. Schulstufe, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, einen verpflichtenden Ethikunterricht im Ausmaß von zwei Wochenstunden. Davon betroffen sind somit alle, die sich vom Religionsunterricht abmelden oder diesen wegen Konfessionslosigkeit nicht besuchen. Das neue alternative Pflichtfach wird in den Oberstufen von Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) und Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) aufsteigend eingebaut.

Der konfessionelle Religionsunterricht wie auch der nun für die Sekundarstufe II vorgesehene Ethikunterricht leisten „wesentliche, eigenständige Beiträge zur umfassenden Erreichung der Ziele der österreichischen Schule. Eine enge Kooperation der beiden Gegenstände sei daher ausdrücklich zu begrüßen und zu fördern. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die Bildungsminister Heinz Faßmann und Spitzenvertreter jener Kirchen und Religionsgemeinschaften, die im Auftrag des Staates schulischen Religionsunterricht anbieten, am 7. Juni in Wien unterzeichneten. Faßmann dankte den Religionsvertretern dafür, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen und Trennendes beiseite zu lassen. Für die römisch-katholische Kirche unterzeichnete der für den Bereich Schule zuständige steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl die Erklärung.

Damit werde das wichtige Anliegen verwirklicht, alle Oberstufenschülerinnen und -schüler mit ethischen Grundfragen zu konfrontieren, betonte Minister Faßmann. Er skizzierte die verschiedenen inhaltlichen Ebenen der neuen Lehrpläne, die mit „Ich mit mir“, „Ich und du“ sowie „Ich und die Welt“ umschrieben werden können und grundlegende Fragen wie Identitätsbildung, Zusammenleben und Wertesysteme umfassen.
Im Blick auf den Religionsunterricht betonte Bischof Wilhelm Krautwaschl, dass dieser die Menschen auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens begleite: „Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ Bei dieser Suche stoße man früher oder später auf eine „letzte Instanz, die nicht mehr einfach begreiflich ist“. Ethische Aspekte seien schon deswegen immer ein Teil von Religion, „weil die grundlegenden Themen des Lebens angegangen werden, die Schülerinnen und Schüler zu gesellschaftlicher Mitgestaltung, zu Dialog, zu Solidarität und vielem mehr befähigen: soziales Zusammenleben, Friede, Gerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung, Menschenrechte.

kathpress

Bischof Krautwaschl: Kooperation, nicht Konkurrenz
Bischof Krautwaschl betonte, dass die katholische Kirche den Ethikunterricht begrüße, „weil nunmehr allen Schülerinnen und Schülern ethische Bildung ermöglicht wird“. Damit sei gewährleistet, „dass niemand die Schule ohne ethisches Fundament verlässt und zugleich, dass alle in ihren Lebensidealen ernst genommen werden“. Der Ethikunterricht sei keine Konkurrenz zum Religionsunterricht, „sondern zielt auf kontinuierliche Kooperationen ab“, zeigte sich der Bischof überzeugt. „Dass es nun Ethik- und Religionsunterricht gibt, entspricht am besten dem demokratischen Verständnis unserer aufgeklärten Gesellschaft.“

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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