Weltkirche
Weg von der Straße
- Mit Jugend Eine Welt verbindet den Salesianer Bejarano
Rivera (r.) eine lang-jährige Partnerschaft, die nachhaltige Bildungs- und Sozialprojekte für Straßenkinder und gefährdete Jugendliche in Lateinamerika ermöglicht. - Foto: JEW
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Tag der Straßenkinder am 31. Jänner.
Salesianerpater Bejarano Rivera aus Kolumbien berichtet.
Jedes Kind, das auf der Straße lebt, hat eine Geschichte von Verlust“, sagt Bejarano Rivera. Zugleich aber habe jedes dieser Kinder eine Sehnsucht nach Sicherheit, Zugehörigkeit und Zukunft. „Unsere Aufgabe ist es, diese Hoffnung nicht zu enttäuschen.“ Als gebürtiger Kolumbianer weiß er, was soziale Ungleichheit in einem Land bedeutet, das von Gewalt geprägt ist.
Anderen eine Zukunft geben. Dass er Ordensmann werden wollte, wusste Bejarano Rivera schon früh. Seit dem Eintritt bei den Salesianer Don Boscos widmet er sein Leben jungen Menschen in Not und ermöglicht Straßenkindern, ehemaligen Kindersoldaten und anderen Jugendlichen in extremer Armut eine Zukunft. Nach seinem Studium der Philosophie und Theologie und einer zusätzlichen Ausbildung im Bereich soziales Management und Entwicklung übernahm Pater Bejarano bald schon verantwortungsvolle Aufgaben in der Jugendarbeit der Salesianer.
Ein zentraler Meilenstein seines Werdegangs war seine Tätigkeit in der „Ciudad Don Bosco“ in Medellín, einer der größten salesianischen Sozialeinrichtungen Kolumbiens, die auch Jugend Eine Welt unterstützt. Dort arbeitete er jahrelang direkt mit Straßenkindern, Kindern aus zerrütteten Familien und Jugendlichen, die Gewalt, Missbrauch oder den Einsatz als Kindersoldaten erleben mussten – mit dem Ziel, ihnen nicht nur Schutz zu geben, sondern durch Bildung, psychosoziale Begleitung und Berufsausbildung auch eine echte Zukunft.
Nicht Problemfall, sondern Potenzial. Nach der Sozialarbeit mit gefährdeten Jugendlichen ist Bejarano Rivera heute international tätig: Als Generalrat für Jugendpastoral und soziale Werke im weltweiten Leitungsteam der Salesianer koordiniert er Projekte in zahlreichen Ländern und setzt sich global für die Rechte und die Würde benachteiligter junger Menschen ein.
Der direkte Kontakt zu den Jugendlichen ist dem Experten für Jugend- und Sozialarbeit aber auch weiterhin ein großes Anliegen. „Straßenkinder sind keine ‚Problemfälle‘, sondern verletzte junge Menschen mit enormem Potenzial“, sagt der Ordensmann. „Wenn wir ihnen zuhören und ihnen Chancen geben, können sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.“
Straßenkinder …
… werden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre genannt, die obdachlos und ohne Angehörige leben. Ihre Zahl wird weltweit auf bis zu 150 Mio. geschätzt. Genaue Angaben gibt es nicht, denn viele Straßenkinder besitzen keine Geburtsurkunde und sind behördlich nicht registriert. Von staatlichen Leistungen, Schulbesuch oder Gesundheitsfürsorge sind sie ausgeschlossen. Organisationen wie Jugend Eine Welt unterstützen. ◉ Näheres: jugendeinewelt.at
Thomas Zach/Jugend Eine Welt, Anna Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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